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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bearbeitungszeiten für Elster-Steuererklärungen



sc57
29.04.2007, 15:29
Seit einigen Jahren fertigen wir unsere Steuererklärung online und versenden diese über ELSTER. Bis zur Neustrukturierung der Finanzämter in Thüringen (Reduzierung und Zusammenlegung) klappte die Bearbeitung innerhalb von 4 Wochen gut. Bereits das zweite Jahr warten wir länger als 8 Wochen und haben noch nicht einmal die eingereichten Unterlagen zurückerhalten. Das finden wir nicht in Ordnung! Auf Anfrage beim Finanzamt erhielten wir vor 10 Tagen die Auskunft, daß unsere Erklärung demnächst bearbeitet wird - was auch immer das heißen soll. Dabei warten wir auf einen erheblichen Erstattungsbetrag!

Unsere Kinder leben in Bayern und reichen die Elstererklärung in unterschiedlichen Finanzämtern ein. Beide haben bereits nach zwei Wochen(!!!) alle Unterlagen zurück erhalten und hatten weitere 10 Tage später die Steuerfestsetzung und den Erstattungsbetrag.

Das Elsterprojekt ist eine tolle Sache. Was nützt aber die moderne Software, wenn die Bearbeitung damit nicht beschleunigt wird?

Meiner Meinung nach sollte es Vorgaben zur Bearbeitungsfrist für die Finanzämter geben. Schließlich ist der Steuerbürger keine Kreditanstalt und hat ein Recht auf schnelle Erstattung überzahlter Steuern, wenn alle Daten den Finanzbeamten online zur Verfügung stehen und die erforderlichen Belege vollständig eingereicht wurden. :confused:

Balu
29.04.2007, 16:33
Es lässt sich durch ein Posting hier bestmmt nicht herausfinden, warum es dieses Jahr länger dauert als sonst (oder sonstwo).

Es ist bestimmt kein Elster-Problem.

Deshalb gestatten Sie mir bitte die Bemerkung, dass Sie für Ihre Äußerung die falsche Plattform gewählt haben.

Vielleicht bringt eine freundliche Anfrage bei Ihrem Finanzamt die Erkenntnis, die Sie wünschen.

[ 29. April 2007, 16:33: Beitrag editiert von: Balu ]

V. Liersee
29.04.2007, 16:52
Schon mal darüber nachgedacht, daß die Bearbeiter in den Finanzämtern auch nur kontinuierlich arbeiten?
Es hängt sicher auch davon ab, wann Sie Ihre Erklärung abgeben. Zu Beginn des Jahres stürmen alle ins Finanzamt und wollen Ihre Erklärung für das Vorjahr loswerden.

Wenn Sie soviel zuviel Steuern zahlen, können Sie doch sicher bereits mittels eines Ermäßigungsantrags dafür sorgen, daß Sie im laufenden Jahr weniger zahlen müssen.
Wer darauf verzichtet und dem Finanzamt übers Jahr einen zinsfreien Kredit gewährt, hat deshalb nicht automatisch einen Anspruch darauf, diesen pünktlich zu einem festen Termin zurückzubekommen.

sc57
02.05.2007, 07:20
Die Antworten treffen nicht den Kern der Frage: Warum gibt es bei einem so guten Softwareprojekt keine Regelungen zur Anwendung, sprich Bearbeitungszeit.

Ich weiß auch, daß Beamte genau so viel arbeiten müssen, wie andere Arbeitnehmer, nur handelt es sich bei ELSTER nicht um ein regionales, sondern ein bundesweites Projekt. Da muss doch mal einer den Finger drauf haben und auch Vorgaben für die Arbeit mit dem Softwareprogramm machen. Solche Ärgernisse sind "hausgemacht" und passen einfach nicht mehr in die Zeit!

In einem Unternehmen nutzt es doch auch nichts, wenn man eine tolle Software zur Verbesserung der Arbeit anschafft und dann mit deren Anwendung länger für die Aufgabenlösung benötigt, als vorher, nur weil man jedem Mitarbeiter selbst überlässt, ob er intensiv damit arbeitet, oder gar nicht!

Balu
02.05.2007, 08:28
Mir ist bekannt, dass es Anweisungen dergestalt gibt, dass Elster-Erklärungen bevorzugt zu bearbeiten sind.
Wenn aber aus irgendwelchen Gründen die gesamte Arbeitslage in einem (zusammengelegten) Finanzamt, nennen wir es mal: sehr angespannt ist, dann leidet darunter die Bearbeitungsdauer für alle vorliegenden Steuererklärungen. Dann ist es nicht vertretbar, Elster-Erklärungen binnen 14 Tagen abgearbeitet zu haben, dafür "normale" Erklärungen nach vier oder mehr Monaten noch unbearbeitet liegen zu haben.
Das ist nun reine Vermutung meinerseits. Ein Anruf beim Finanzamt bringt die Klärung. Also warum hier im Forum "Wallung" machen, wenn ein simples Telefonat besser ist, als alle hier produzierten Zeilen.

P.S. In einem mir bekannten Fall lag eine papierlos übermittelte Steuererklärung auch scheinbar viel zu lange unbearbeitet beim Finanzamt. Was war geschehen? Der Steuerbürger hatte bei der Übermittlung "Belege folgen" aktiviert. Die Belege hat er aber erst ans Finanzamt geschickt, als der Bearbeiter sich nach gut drei Monaten mal telefonisch erkundigte, wo denn die Belege blieben.

[ 02. Mai 2007, 08:33: Beitrag editiert von: Balu ]

Picard777
02.05.2007, 08:34
M.E. gehen Sie etwas von falschen Voraussetzungen aus: Elsterformular ist ein Programm, mit dem faktisch nur das Einreichungsmedium (vorher Papier, nun elektronischer Datensatz) geändert wird mit verschiedenen Vorteilen für beide Seiten. Grundsätzlich wird dadurch die Bearbeitung für Sie nicht schneller, aber sicherer (z.B. keine Erfassungsfehler), da natürlich nach wie vor nach Eingangsdatum bearbeitet wird. Die Finanzämter sind nur häufig angewiesen, Elstererklärungen vorzuziehen und weniger Belege anzufordern. Das ändert aber nichts daran, dass bei der für Sie zuständigen Abteilung Ihres Finanzamts möglicherweise wegen Krankheit etc. oder weil, halt gerade "Alle" ihre Erklärungen eingereicht haben und Sie im Vorjahr günstigere Zeiten erwischt haben, gerade landunter ist, so dass sich die Bearbeitung Ihrer Erklärung verzögert.

Infolgedessen sagt die Tatsache, dass Sie Ihren Bescheid etc. noch nicht haben, überhaupt nichts über Elster aus. Vielmehr kann es durchaus sein, dass bei Ihrer Finanzamtsabteilung die Bearbeitung von Elstererklärungen dieses Mal ausnahmsweise 6 Wochen, von Papiererklärungen aber 8 Wochen dauert. Ergebnis wäre dann, dass für Sie Ihre Ausgangsfrage nach wie vor erfüllt wäre: Auch Ihre Elsterklärung wird schneller bearbeitet. ;)

Ranunkel
02.05.2007, 19:33
</font><blockquote>Zitat:</font><hr />Unsere Kinder leben in Bayern und reichen die Elstererklärung in unterschiedlichen Finanzämtern ein. Beide haben bereits nach zwei Wochen(!!!) alle Unterlagen zurück erhalten und hatten weitere 10 Tage später die Steuerfestsetzung und den Erstattungsbetrag.
</font>[/QUOTE]Hallo sc, dies kann ich leider nicht bestätigen. Ich
selbst mache die Steuererklärung über das Elsterformular nun bereits seit Anfang an mit.
Leider muss ich sagen , dass meine Steuererklärung als ich sie noch auf konventionellen Weg abgab, schneller bearbeitet wurde. Maximal zwischen 4-6 Wochen. Nun liegt die Bearbeitungszeit zwischen 10 und 12 Wochen. Also mir, als in Bayern lebender Steuerzahler hat es zeitlich nur Nachteile gebracht.
Allerdings habe ich im Bekanntenkreis festgestellt, dass Steuererklärungen welche keine Auszahlung an den Steuerzahler, sondern eine Nachzahlung oder auf Null ausgingen, trotz späterer Abgabe und dazu teilweise auch noch auf konventionellem Weg schneller bearbeitet wurden. Nun ja scheinbar wurde mit dem Elsterformular den Finanzämtern so eher eine Art Vorfilter in die hand gegeben, um Auszahlungen hinauszuzögern und so die Kassenzahlen zu "manipulieren", so wie man es früher von den Banken kannte , welche ja ewig und drei Tage brauchten um eine Überweisung auszuführen und sich somit ein Zeitfenster schufen, um damit zu arbeiten.
Mal sehen wie lang es dieses Jahr wieder dauert. 6
Wochen sind bereits um.

Balu
02.05.2007, 22:09
"Vorfilter" ist hanebüchener Unsinn. Die Ergebnisse der Steuerberechnung stehen sowohl bei konventioneller als auch bei Elstererklärung erst nach Bearbeitung der jeweiligen Steuererklärung fest. Aber es gibt aus unterschiedlichsten Gründen teilweise gravierende Unterschiede im Arbeitsstand von Finanzämtern. Und - vergessen wir nicht: Die Eingänge von Steuererklärungen laufen nicht schön gleichmäßig übers Jahr verteilt. Ein Finanzamt kann aber nicht sagen. "Unser Auftragsbuch ist zur Zeit übervoll - wir nehmen mal für drei Monate keine Aufträge an."

V. Liersee
03.05.2007, 07:09
Es gibt 2 Termine im Jahr für die Abgabe der Steuererklärungen: 31.05. für alle nicht steuerlich beratenden Bürger und den 31.12. (früher 30.09.) für alle übrigen Steuerpflichtigen(so eine Art stillschweigende Fristverlängerung, da die armen Berater und LHV ja auch "überlastet" sind).
Wer also zu diesem Termin seine Steuererklärung ins Finanzamt trägt, kann die Bediensteten der Poststellen regelmäßig mit Säcken oder Kisten laufen sehen - und braucht sich dann für die nächsten Wochen/Monate nicht um seine Steuererklärung sorgen. Die liegt zwischen Tauschenden gleichartiger "Ich rechne mit einer Erstattung"-Erklärungen. Die Stapel werden sicherlich regelmäßig kleiner, aber die Bearbeiter können/werden deshalb nicht schneller arbeiten, weil mehr Arnbeit da ist.

Picard777
03.05.2007, 08:47
Nicht zu vergessen den Januar / Februar mit der Masse der "freiwilligen" Erklärungen :D

Und das "ich rechne mit einer Erstattung" gibt's seit 2006 nicht mehr (hat vorher sowieso Jeder eingetragen, ob es gestimmt hat oder nicht ;) )

[ 03. Mai 2007, 08:49: Beitrag editiert von: Picard777 ]

V. Liersee
03.05.2007, 09:29
Diese Antragsveranlagungen (freiwillige Erklärungen) meinte ich mit den "Ich rechne mit einer Erstattung"-Erklärungen (der Haken hat mir für 2006 richtig gefehlt :D ). Das sind ja üblicherweise Arbeitnehmer mit einer handvoll Werbungskosten

Ranunkel
03.05.2007, 10:17
Hallo Balu nichts für Ungut, aber dies ist nun mal leider meine Beobachtung und dies nicht einmal, was man dann nat. als Ausnahme bzw. bestimmten unvorhersehbaren Umständen entsprechend einstufen würde, sondern seit dem ich meine Steuererklärung online abgebe ( seit nunmehr 6 Jahren, wenn ich das auf die Schnelle richtig im Kopf habe).
Da auch ich, bzw. mein Programm mir ausrechnet, ob und was ich zu erwarten habe( Nachzahlung oder Auszahlung), gehe ich mal davon aus, dass dies auch jedem Finanzamt möglich ist. Die Betonung liegt auf Erwartung. Natürlich ein endgültiges Ergebnis, liegt erst nach einer konkreten Prüfung vor und deswegen schrieb ich auch eine Art Vorfilter.

Balu
03.05.2007, 10:37
Gesetzlicher Abgabetermin für die Einkommensteuererklärung bei Menschen, die zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, ist nach wie vor der 31. Mai des jeweiligen Folgejahres. Alle anderen Fristenregelungen sind Fristverlängerungen die durch die Finanzverwaltung eingeräumt werden.

Leute, die nicht verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung einzureichen, haben für die Abgabe ihres Antrages auf Veranlagung (=sog. Antragsveranlagung) mehr Zeit. Hier Absatz 8 aus Paragraph 46 des Einkommensteuergesetzes: </font><blockquote>Zitat:</font><hr /> 8.
wenn die Veranlagung beantragt wird, insbesondere zur Anrechnung von Lohnsteuer auf die Einkommensteuer.2Der Antrag ist bis zum Ablauf des auf den Veranlagungszeitraum folgenden zweiten Kalenderjahres durch Abgabe einer Einkommensteuererklärung zu stellen.3Wird der Antrag zur Berücksichtigung von Verlustabzügen nach § 10d gestellt, ist er für den unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraum bis zum Ablauf des diesem folgenden dritten Kalenderjahres zu stellen.4Wird der Antrag zur Berücksichtigung einer Steuerermäßigung nach § 34f Abs. 3 gestellt, ist er für den zweiten vorangegangenen Veranlagungszeitraum bis zum Ablauf des diesem folgenden vierten Kalenderjahres und für den ersten vorangegangenen Veranlagungszeitraum bis zum Ablauf des diesem folgenden dritten Kalenderjahres zu stellen. </font>[/QUOTE]Das sind aber eine Ausschlußfristen. Wer hier auch nur einen Tag Verspätung hat, der kommt endgültig zu spät!

Wer den § 46 EStG in voller Länge "genießen" will, kann den folgenden Link nutzen: http://bundesrecht.juris.de/estg/__46.html
Schauen Sie ruhig mal rein. Dann haben Sie auch gleich einen Eindruck von dem tollen "Werkzeug", das der Bundesgesetzgeber der Finanzverwaltung "aufgenötigt" hat.

Eine recht brauchbare Infosammlung rund ums Steuerrecht (nicht nur Einkommensteuer) findet sich z.B. unter folgendem Link:
http://www.steuer.bayern.de/faq/

[ 03. Mai 2007, 10:38: Beitrag editiert von: Balu ]

Ranunkel
06.05.2007, 18:50
Balu schau mal her, habe ich heute auf T-online Seite gefunden.

http://onwirtschaft.t-online.de/c/10/95/07/04/10950704,pt=self,si=9.html

Wer weiss bei was die Computer noch alles Alarm schlagen *ggg*

Elektronische Steuererklärung

Steuerpflichtige können ihre Erklärung inzwischen per Mausklick an das Finanzamt senden. Ein persönlicher Zugangscode ersetzt die Unterschrift. Die Registrierung erfolgt auf der Internetseite der elektronischen Steuererklärung Elster unter www.elster.de/eportal. (http://www.elster.de/eportal.) Studien zufolge gehen die Steuererklärungen per Internet häufig ungeprüft durch. Nur bei ungewöhnlich hohen Werbungskosten schlägt der Finanzamts-Computer Alarm.

V. Liersee
07.05.2007, 07:54
</font><blockquote>Zitat:</font><hr />Original erstellt von Ranunkel:
... Nur bei ungewöhnlich hohen Werbungskosten schlägt der Finanzamts-Computer Alarm.</font>[/QUOTE]Kann ich mir nicht vorstellen. Da wachen dann ja alle Beamten auf, und das noch vor Dienstschluß :D .
Wenn die eingehenden Daten durch entsprechende Filter laufen, ist das technisch kein Problem. Aber das geschulte Auge des Finanzbeamten dürfte nicht zu ersetzen sein.

[ 07. Mai 2007, 09:07: Beitrag editiert von: V. Liersee ]