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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : kleinunternehmer



leytin
10.01.2007, 16:32
hallo zusammen,

bin als kleinunternehmer, bis 5000 euro,
auf meinen rechnungen schreibe ich keine umsatzsteuer..

wann muss ich die steuererklärung für 2006 machen, und wie kann ich es selber machen..

habe meine eingansrechnungen und ausgansrechnungen sortiert

El Portale
10.01.2007, 21:55
Sie nehmen Ihre gansen Rechnungen und basteln daraus eine Einnahme-Überschuß-Rechnung (EÜR). Diese ist Bestandteil Ihrer Einkommensteuererklärung, welche bis zum 31.05.2007 beim Finanzamt sein muss.

PS: Die Umsatzsteuererklärung muss natürlich auch abgegeben werden.

Beide Erklärungen können Sie z.B. mit ElsterFormular, dem kostenlosen Produkt der Steuerverwaltung erstellen.

[ 10. Januar 2007, 21:57: Beitrag editiert von: El Portale ]

magejo
01.02.2007, 05:17
Kleinunternehmer und kein Umsatzsteuer-Ausweis - also kein U-Signal - für was dann eine Umsatzsteueranlage?

[ 01. Februar 2007, 05:18: Beitrag editiert von: magejo ]

El Portale
01.02.2007, 08:31
Ich bin eigentlich der Meinung, dass Kleinunternehmer, wenn auch klein trotzdem Unternehmer sind, die grundsätzlich steuerbare und steuerpflichtige Umsätze ausführen. Insofern besteht nach dem § 18 UStG eine Pflicht zur Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen und Umsatzsteuererklärungen. Wenn jemand eine Befreiungsvorschrift findet, ich lasse mich gern überzeugen smile.gif

Im Übrigen würden die Kennziffern 238 und 239 auf der USt-Jahreserklärung keinen Sinn machen, wenn man eh keine Erklärung abgeben müßte.

Auch wenn zutreffenderweise kein U-Signal gesetzt ist, muss doch irgendwie zumindest mal der (immer noch grundsätzlich steuerpflichtige) Umsatz erklärt werden, oder?!

Aber wie gesagt: ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen.

Picard777
01.02.2007, 09:31
Ich stimme El Portale da zu. I.ü. ist ja für die Kleinunternehmerregelung Voraussetzung, dass der (evtl. hochgerechnete) Vorjahresgesamtumsatz 17.500 € nicht überstiegen hat und (jetzt kommt das Entscheidende !) nach den Verhältnissen am 01.01. 0.00 Uhr des aktuellen Jahres voraussichtlich 50.000 € nicht übersteigen wird. Den Wert für Zeile 24 (Kz 238) kann sich das Finanzamt häufig noch aus anderen Unterlagen herausziehen, aber um festzustellen, dass z.B. am 31.12. ein Großauftrag für 60.000 € für das nächste Jahr winkt, der sich dann am 02.01. zerschlagen hat, was somit zum Verlust der Kleinunternehmerregelung führt (" voraussichtlich 50.000 € nicht übersteigen wird"), braucht das Finanzamt eine Glaskugel - oder die genannte Umsatzsteuererklärung, in der die Zeilen 24/25 ausgefüllt sind. tongue.gif

MalibuStacy
16.02.2007, 14:53
das mit der umsatzsteuerjahreserklärung ist schon klar.

aber ich bitte um erklärung, wo man beim kleinunternehmer die monatlichen umsätze auf der umsatzsteuervoranmeldung einträgt?

den fall kleinunternehmer - monatl. bzw. vierteljährliche abgabe der umsatzsteuervoranmeldung ist mir unbekannt.

gruß
judith

[ 16. Februar 2007, 14:54: Beitrag editiert von: MalibuStacy ]

El Portale
16.02.2007, 15:26
*schmunzel* hast Du eine Befreiungsvorschrift gefunden? :D

Also...ich gebe ja zu, dass es in der Tat ein wenig absurd ist, als Kleinunternehmer Voranmeldungen abzugeben....in der Praxis wird das wahrscheinlich auch keiner machen. Das oben war meine persönliche rechtliche Einschätzung. Praktisch sieht es wohl eher so aus, dass das Finanzamt in der Regel keine Voranmeldungen haben will.

Im Fall der Fälle wäre es wohl den ganz normalen steuerpflichtigen Umsätzen einzutragen...allein es fehlt die Möglichkeit, anzugeben, dass man die Kleinunternehmerregelung wählt...
Viel Sinn macht das Ganze zwar nicht...aber wie gesagt: ich habe noch keine gesetzliche Grundlage für eine Nichtabgabe von Voranmeldungen gefunden.

Insofern:
Praktisch -> keine Voranmeldungen
rechtlich -> eigentlich abzugeben (so merkwürdig das klingt)

MalibuStacy
16.02.2007, 16:06
ok dann bin ich wohl eher der praktische typ ;)

zählt die nr.5 als befreiungsvorschrift (http://www.hannover.ihk.de/fileadmin/pdf/gruender/bmf__20neugruendung.pdf)?

gruß
judith

El Portale
16.02.2007, 22:16
Das ist zumindest mal etwas was in die richtige Richtung geht smile.gif Ist zwar kein Gesetz, aber zumindest ist das BMF-Schreiben für die Finanzverwaltung bindend. Insofern sollte das wohl ausreichen um die tatsächliche Praxis zu rechtfertigen. *gg*

Picard777
19.02.2007, 09:11
Kleinunternehmer brauchen -von exotischen Ausnahmefällen abgesehen- keine Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben, aber eine Jahreserklärung :D

El Portale
19.02.2007, 09:55
Da sind wir uns ja auch alle einig smile.gif
Es ging doch nur noch um die Rechtfertigung des Ganzen :D

Picard777
19.02.2007, 10:12
OK, sollte mal wieder die Brille putzen ;)

Zur Sache aber könnte man argumentieren:

Wenn im Vorjahr die Steuer wegen der Kleinunternehmerregelung oder anderen Gründen nicht mehr als 512 € betrug, brauchen keine Voranmeldungen abgegeben zu werden (§ 18 Abs. 2 Satz 3 UStG).

Das Problem ist dann eigentlich "nur" noch das Gründungs- und Folgejahr wegen § 18 Abs. 2 Satz 4 UStG, das in diesen beiden Jahren eigentlich immer monatliche Voranmeldungsabgabe fordert. Dazu gibt's aber Abschnitt 230a Abs. 1 Satz 2 UStR, der einfach -für die Finanzverwaltung bindend- behauptet, dass u.a. Kleinunternehmer nicht unter § 18 Abs. 2 Satz 4 UStG fallen. smile.gif