PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Insolvenzgeld



Sabine61
19.03.2009, 21:08
Hallo, Ihr Fachleute,
ich habe ein Problem mit Insolvenzgeld. Und zwar wurde in den Monaten September und Oktober 2008 Insolvenzgeld gezahlt. Auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung des insolventen Arbeitgebers für den gesamten Zeitraum des Arbeitsverhältnisses sind aber diese 2 Monate im Bruttolohn (sowie in den steuerfreien Verpflegungszuschüssen) insgesamt mit angegeben, als wären diese vom Arbeitgeber gezahlt worden. Wenn ich nun den gesamten Betrag vom Lohnsteuerausdruck im Elster-Formular eintrage und dann auch noch das von der Agentur für Arbeit gezahlte Insolvenzgeld (Lohn + Spesen) - wird das dann nicht als doppelte Einnahme berechnet? Oder rechnet das Programm das selbst runter (was ich mir nicht vorstellen kann)?

DC1961
20.03.2009, 11:21
Sehr geehrte Frau Sabine,
der Insolvenzverwalter ist gesetzlich verpflichtet, eine berichtigte elektronische Lohnsteuerbescheinigung zu erstellen.
Im Falle der Abweisung mangels Masse fällt diese Verpflichtung auf den Geschäftsfüher/Inhaber zurück.
Automatisch korrigiert wird da gar nichts, vielmehr wird Ihr nicht erhaltenes Arbeitsentgelt mit dem durch die Lohnersatzleistung (Insolvenzgeld) erhöhten Prozentsatz (Progression) versteuert :(
Um welches Verfahren handelt es sich?

Sabine61
20.03.2009, 17:34
Hallo DC, ich habe mich auch heute bei einer Mitarbeiterin des Finanzamtes kundig gemacht. Sie meinte, man könnte anhand der Lohnnachweise die Zahlungen, die durch Insolvenzgeld geleistet wurden, vom elektr. Lohnsteuerausdruck abziehen. Dann muss aber der Ausdruck und die Bescheinigung über die Zahlung von Insolvenzgeld (sowieso) mit zum FA eingereicht werden mit dem Vermerk, dass der Lohnsteuerausdruck nicht exakt ist. So bleibt mir vielleicht das Einholen des berichtigten Nachweises erspart.
Danke trotzdem für Ihren Hinweis.

DC1961
20.03.2009, 20:54
Sehr geehrte Frau Sabine,
dieses Vorgehen ist sicherlich machbar, sofern Sie keine
- steuerfreien Zuschläge zu Nacht-, Sonn- oder Feiertagsarbeit,
- Zuschüsse zur freiwilligen KV/PV,
- pauschalversteuerte Gehaltsbestandteile (Firmen-PKW),
- Direktversicherungen,
- etc.
hatten.
Vor allem aber sollten Sie
- die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung nicht überschritten haben, und
- keine Abschläge im ersten Monat des Insolvenzgeldzeitraums seitens des insolventen Arbeitgebers mehr erhalten haben!
Ansonsten wird die Mitarbeiterin ein wenig Lohnbuchhaltung betreiben müssen, um Ihre Steuerschuld korrekt zu berechnen.
Die Mitarbeiterin, dieses Finanzamt, diese Oberfinanzdirektion sollte man sich im Sinne der Verfahrensvereinfachung merken.