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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Getrennte Veranl./Außergew.Bel/Einspruch



MIKO2009
18.05.2009, 10:20
Hallo zusammen,

wir haben als Ehepartner bei der EST-Erklärung nach § 26 a (2) EStG folgende Aufteilung vorgenommen: 100 % Ehemann, 0 % Ehefrau. Die Angaben sind bei jedem korrekt auf Seite 2 der ELSTER-Erklärung gemacht wurden.

Nun haben wir die Bescheide bekommen:

Der an den Ehemann erging in dem Punkt vorläufig, weil angeblich zum Zeitpunkt der Erstellung die Daten der Frau (Neue Steuernummer)noch nicht vorlagen. Berücksichtigt wurden 0 % !! Was zu einer Zahlungsaufforderung anstatt einer (recht hohen) Erstattung führte.

Nach telefonischer Auskunft des FA sollte sich die Akte nochmals angeschaut werden. Nun kam der andere Bescheid (Ehefrau) und hier wurden 50 % anstatt 0 % berücksichtigt. Die anderen 50 % angeblich beim Ehemnn, der Bescheid hierzu liegt aber (noch) nicht vor.

Der Sachbearbeiter ist nun im Urlaub, so dass Einspruch eingelegt werden muss, damit die Frist nicht verstreicht.

Fragen:

1) Kann das FA von der gewünschten Aufteilung 100 % / 0 % abweichen und willkürlich 50 % / 50 % festsetzen? Oder wurde hier einfach "geschlampt" ?

2) Ich würde nun als nächstes Einspruch mit der Bitte um Aussetzung der Vollziehung (beim Ehemann) einlegen. Muss das dann auch bei der Ehefrau gemacht werden (hier wurden 50 % anstatt 0 % angesetzt und die zu hohe Erstattung auch schon überwiesen) ?

Vielen Dank im Voraus!

korsika
19.05.2009, 05:38
Grundsätzlich nur zur Rechtslage: Es können nicht alle Sonderausgaben oder außergewöhnlichen Belastungen abweichend verteilt werden. Die für 2008 geltende Rechtslage des § 26 a Absatz 2 Einkommensteuergesetz sieht folgendes vor:

"(2) Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 und 8 und außergewöhnliche Belastungen (§§ 33 bis 33b) werden in Höhe des bei einer Zusammenveranlagung in Betracht kommenden Betrags bei beiden Veranlagungen jeweils zur Hälfte abgezogen, wenn die Ehegatten nicht gemeinsam eine andere Aufteilung beantragen. Die nach § 33b Abs. 5 übertragbaren Pauschbeträge stehen den Ehegatten insgesamt nur einmal zu; sie werden jedem Ehegatten zur Hälfte gewährt. Die nach § 34f zu gewährende Steuerermäßigung steht den Ehegatten in dem Verhältnis zu, in dem sie erhöhte Absetzungen nach § 7b oder Abzugsbeträge nach § 10e Abs. 1 bis 5 oder nach § 15b des Berlinförderungsgesetzes in Anspruch nehmen. Die nach § 35a zu gewährende Steuerermäßigung steht den Ehegatten jeweils zur Hälfte zu, wenn die Ehegatten nicht gemeinsam eine andere Aufteilung beantragen."

Aufgrund dieser Regelung sollte erst einmal geprüft werden, ob die geltend gemachten Aufwendungen eine abweichende Verteilung - nicht 50 : 50 - zulassen

holzgoe
19.05.2009, 13:13
Hallo zusammen,

wir haben als Ehepartner bei der EST-Erklärung nach § 26 a (2) EStG folgende Aufteilung vorgenommen: 100 % Ehemann, 0 % Ehefrau. Die Angaben sind bei jedem korrekt auf Seite 2 der ELSTER-Erklärung gemacht wurden.

Nun haben wir die Bescheide bekommen:

Der an den Ehemann erging in dem Punkt vorläufig, weil angeblich zum Zeitpunkt der Erstellung die Daten der Frau (Neue Steuernummer)noch nicht vorlagen. Berücksichtigt wurden 0 % !! Was zu einer Zahlungsaufforderung anstatt einer (recht hohen) Erstattung führte.

Nach telefonischer Auskunft des FA sollte sich die Akte nochmals angeschaut werden. Nun kam der andere Bescheid (Ehefrau) und hier wurden 50 % anstatt 0 % berücksichtigt. Die anderen 50 % angeblich beim Ehemnn, der Bescheid hierzu liegt aber (noch) nicht vor.

Der Sachbearbeiter ist nun im Urlaub, so dass Einspruch eingelegt werden muss, damit die Frist nicht verstreicht.

Fragen:

1) Kann das FA von der gewünschten Aufteilung 100 % / 0 % abweichen und willkürlich 50 % / 50 % festsetzen? Oder wurde hier einfach "geschlampt" ?

2) Ich würde nun als nächstes Einspruch mit der Bitte um Aussetzung der Vollziehung (beim Ehemann) einlegen. Muss das dann auch bei der Ehefrau gemacht werden (hier wurden 50 % anstatt 0 % angesetzt und die zu hohe Erstattung auch schon überwiesen) ?

Vielen Dank im Voraus!

Hallo,
wenn das die erste getrennte Veranlagung war, ist das logisch, dass die Verarbeitung unterschiedliche Zeitpunkte hat. Deine Elster ist gleich durchgelaufen und bei deiner Frau musste erst eine neue Steuernummer vergeben werden und dann kann die Erklärung verarbeitet werden.
Deshalb ist dein Bescheid vorläufig ergangen, weil der Abgleich noch nicht erfolgen konnte.
Manchmal kann also die zügige Verarbeitung auch einen "Nachteil" haben.

Ansonsten hat der Beitrag von korsika noch ein paar konkrete Hionweise gegeben.

Tschüß