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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einkünfte aus Kapitalvermögen nochmals als Einkommen versteuern?



Seolicious
14.06.2009, 18:32
Hallo,

gewonnene Zinsen aus bspw. Tagesgeldkonten werden ja schon mit 25% Abgeltungssteuer + Solizuschlag versteuert, insofern ich keinen Freistellungsauftrag gestellt habe bzw. über dem Freibetrag bin. Sehe ich es richtig, dass ich diese Einkünfte als Einkommen verbuchen muss und dort letztendlich als Selbstständiger nochmals Einkommenssteuer darauf bezahlen muss? Also 25% Abgeltungssteuer + 33% (bei mir) Einkommenssteuer + Soli ... da bleibt am Ende ja nichts übrig.

Eigentlich hat mein Privatvermögen und meine Verdienste damit doch aber nichts mit meinem Gewerbe zu tun?! Ich stehe auf dem Schlauch...

Bitte um Hilfe..

Grüße

Elefant
14.06.2009, 20:05
Sehe ich es richtig, dass ich diese Einkünfte als Einkommen verbuchen muss und dort letztendlich als Selbstständiger nochmals Einkommenssteuer darauf bezahlen muss?

Nein, das siehst Du nicht richtig!

Seolicious
14.06.2009, 20:11
In der Einkommensteuererklärung soll man auch die Einkünfte aus dem Kapitalvermögen angeben. Wieso will das Finanzamt diese Einkünfte wissen, schließlich bezahle ich schon automatisch 25% Abgeltungssteuer?

Grüße

Elefant
14.06.2009, 20:28
In der Einkommensteuererklärung soll man auch die Einkünfte aus dem Kapitalvermögen angeben.

Die Abgeltungssteuer wurde erst 2009 eingeführt. Die Steuererklärung für 2009 kann erst 2010 gemacht werden.

neysee
14.06.2009, 20:45
In der Einkommensteuererklärung soll man auch die Einkünfte aus dem Kapitalvermögen angeben. Wieso will das Finanzamt diese Einkünfte wissen, schließlich bezahle ich schon automatisch 25% Abgeltungssteuer?


Wie Elefant schon bemerkte: Deine Frage ist widersprüchlich.
2008 gab es noch keine Abgeltungssteuer. Es wurden zwar schon Zinsabschläge bzw. Kapitalertragssteuer einbehalten (so nicht freigestellt), aber das was schon immer nur ein Abschlag, Kapitalerträge unterlagen bis 2008 dem persönlichen Steuersatz.
Die bereits gezahlten Abschläge werden natürlich angerechnet, dafür gibt es in der Anlage KAP die entsprechenden Eintragungsmöglichkeiten.

Seolicious
14.06.2009, 20:58
Bis 2008 hatte ich eine Steuerberaterin. Die meinte jetzt zu mir, dass sie Belege für die Kapitaleinkünfte braucht, damit sie die Abrechnung für 2008 machen kann. Beim stundenlangen Zusammensuchen bei meinen dutzend Bankkonten, kam mir dann die Überlegung, ob mich der Staat nicht 2 mal abzieht. :)

Nun scheint sich das aber mit der Einführung der Abgeltungssteuer geändert haben. Danke für den Hinweis.

DC1961
15.06.2009, 00:32
Sehr geehrter Herr Klack,

. . . kam mir dann die Überlegung, ob mich der Staat nicht 2 mal abzieht. Nun scheint sich das aber mit der Einführung der Abgeltungssteuer geändert haben.Es war noch nie anders, es ist nur besser kalkulierbar geworden.
Mit der Einführung der Abgeltungssteuer zum 01.01.2009 wird Ihr Einkommen aus Kapitalvermögen oberhalb des Sparerpauschbetrages von 801 EUR max. mit 25 v.H. + Solidaritätszuschlag (5,5 v.H.) + Kirchensteuer (9 v.H.) belegt. Sie führen also nie mehr als 28,625 v.H. Ihrer Erträge ab.
In der Vergangenheit jedoch wurden sie ggf. mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert, der ggf. erst am Ende des Steuerjahres feststand.
Mit dieser Neuregelung ist die Kalkulation der Investitionen in Geld oder Geldmarktprodukte stark vereinfacht worden, und kann auch Ihnen bei zukünftigen unternehmerischen Entscheidungen verläßlichere Zahlen liefern.

Seolicious
15.06.2009, 00:37
Ich sehe dies auch als eine Vereinfachung an, die mir, in dem ohnehin schon komplizierten Steuersystem, entgegen kommt. Danke für die Hilfe!