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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verlust aus Übungsleitertätigkeit



redkangaroo
17.08.2009, 22:32
Hallo,

ich habe Einnahmen aus einer nebenberuflichen (selbständigen) Tätigkeit als Übungsleiter (bei einem gemeinnützigen Verein), die unter der Übungsleiterpauschale von 2100 Euro liegen. Die mir im Rahmen dieser Tätigkeit entstandenen Aufwendungen übersteigen die Einnahmen, liegen jedoch insgesamt ebenfalls unter 2100 Euro.

Meine Fragen:
a) Muß ich die Einnahmen in der Steuererklärung überhaupt angeben, wenn sie unter 2100 Euro liegen?
b) Wenn ja, wo muß ich die Einkünfte aus Übungsleitertätigkeit eintragen?
c) Kann ich die mir entstandenen Kosten bzw. den entstandenen Verlust in irgendeiner Weise steuerlich geltend machen?
d) Wäre es möglich, die Kosten für die Erlangung der Übungsleiterqualifikation auch als Ausbildung (z.B. in Sonderausgaben) anzugeben?

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen!

El Portale
18.08.2009, 12:51
Wo sind die Übungsleitervergütungen einzutragen? : Anlage S, allerletzte Zeile...sofern man doch mal über den Freibetrag kommt, muss der Rest in den oberen Bereich der Anlage S.

Dort "oben" wären auch Verluste einzutragen. (Eine Gewinnerermittlung muss man ausserhalb des Formulars selbst vornehmen - ggf. EÜR verwenden)

Sonderausgaben sind die Ausbildungskosten wohl eher nicht...eher Ausgaben im Zusammenhang mit der Einkunftsquelle "Übungsleiter" und von daher dort gegenzurechnen (sofern denn selbst getragen und nicht vom Verein).

Edit: "oben" heißt konkret Zeile 4 der Anlage S

Krake
18.08.2009, 15:12
Einnahmen aus nebenberuflicher Tätigkeit als Übungsleiter sind nach § 3 Nr. 26 Einkommensteuergesetz steuerfrei.
Überschreiten die Einnahmen den steuerfreien Betrag von 2100 €, können die Ausgaben nur insoweit als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, als sie den Betrag der steuerfreien Einnahmen übersteigen.

Die Berechnung kann also niemals zu einem Verlust führen!

redkangaroo
19.08.2009, 22:52
Vielen Dank für die Antworten!
Ich möchte selbst noch etwas dazu ergänzen, worauf ich bei meiner Recherche zwischenzeitlich gestossen bin.

"Nach der bisherigen Auffassung der Finanzverwaltung ist ein Kostenabzug nur möglich, wenn die Einnahmen aus der Tätigkeit und gleichzeitig auch die Ausgaben den Freibetrag von 2.100 Euro übersteigen.
Diese Auffassung hat das Finanzgericht Brandenburg jetzt in einem konkreten Fall zugunsten der Übungsleiter korrigiert (Urteil v. 5.12.07, Az: 7 K 3121/05):
Fallen Kosten an, die die gezahlte Aufwandsentschädigung übersteigen, dürfen diese regelmäßig steuerlich geltend gemacht werden – auch wenn der Freibetrag nicht erreicht wurde."

siehe: http://www.ihr-steuerberater.de/blog/2008/10/06/so-koennen-uebungsleiter-steuern-sparen/

Picard777
20.08.2009, 07:51
Das wird das Finanzamt aber nicht akzeptieren, da in den aktuellen Lohnsteuerrichtlinien (R 3.26 Abs. 9 LStR 2008) die Finanzverwaltung die bisherige Auffassung weiterhin vertritt und mir neuere Verwaltungsanweisungen nicht bekannt sind, das Finanzamt also an die Lohnsteuerrichtlinien gebunden ist.