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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arbeitnehmer Einkommenssteuer höher als Lohnsteuer



Vegana
05.09.2014, 10:26
Hallo, meine Tochter hat ihre erste Einkommenssteuererklärung (für 2013) abgegeben. Sie hat nur Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit incl. steuerfreie Bezüge für Schichtarbeit usw.
Nun bekam sie den Bescheid vom Finanzamt und muss sogar noch etwas nachzahlen, obwohl sie das ganze Jahr bereits monatlich die Lohnsteuer bezahlt hat.
Beispielzahlen: 30.000 € Bruttoarbeitslohn abzgl. 5000 € Werbungskosten, Sonderausgaben ergibt 25.000 € zu versteuerndes Einkommen. Das ergibt 4.000 € Einkommenssteuer. 3.990 € wurden bereits als Lohnsteuer im Laufe des Jahres beglichen. 10 € sind noch nachzuzahlen.
Die Zahlen sind Beispielzahlen und stimmen nicht genau mit den LSt. u. EiSt.-Tabellen überein. Es geht mir ums Prinzip.
Es ist nun so, dass die Lohnsteuerbelastung aus 30.000 € Bruttolohn genau so hoch ist, wie die Einkommenssteuerbelastung bei einem zu versteuernden Einkommen von 25.000 €. Und das verstehe ich nicht. Im Bescheid steht der Hinweis auf die Möglichkeit der schlichten Änderung, so dass ich vermute, dass irgendwas nicht stimmt.
Wer weiß es?
Danke

Kloebi
05.09.2014, 10:36
Hatte Sie die Werbungskosten als Freibetrag eingetragen und war der monatliche Lohnsteuerabzug schon deshalb geringer?

Wurde die Anlage Vorsorgeaufwand ausgefüllt, sind also Zahlungen in die Rentenversicherung (Altersvorsorge) im Bescheid zu erkennen?

Vegana
05.09.2014, 10:45
Hallo Kloebi.

"Hatte Sie die Werbungskosten als Freibetrag eingetragen und war der monatliche Lohnsteuerabzug schon deshalb geringer?"

Nein, auf der Lohnsteuerkarte waren keine Freibeträge eingetragen, die evtl. schon bei der monatlichen Abrechnung hätten berücksichtigt werden müssen.

"Wurde die Anlage Vorsorgeaufwand ausgefüllt, sind also Zahlungen in die Rentenversicherung (Altersvorsorge) im Bescheid zu erkennen?"

Ja, unter Sonderausgaben-Pauschbetrag gibt es -Summe der Altersvorsorgeaufwendungen- und davon 76% minus AG-Anteil zur Rentenversicherung.

Kloebi
05.09.2014, 10:56
Lohnersatzleistungen, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, z. B. Krankengeld?

Wenn nicht vielleicht Rundungsdifferenz, AG hat nach unten gerundet, nichts zum absetzen, macht 10 Euro Nachzahlung.

Wobei nichts zum absetzen ja nicht stimmt, bei Werbungskosten.

War sie überhaupt verpflichtet, eine Erklärung abzugeben?

Vegana
05.09.2014, 11:15
Keinerlei Lohnersatzleistungen.
Sie hatte mit einer kleinen Steuererstattung gerechnet.
Es gab ja Werbungskosten und Sonderausgaben, die vom Bruttolohn abgezogen wurden. Und trotzdem hat sich an der Summe der zu zahlenden Steuer nichts geändert., bzw. Differenz von 10 €, zu ihren Ungunsten, die sie nun noch nachzahlen muss.
Irgendwie komisch.

holzgoe
05.09.2014, 12:41
Hallo Vegana,

die Frage von Kloebi ob sie verpflichtet ist eine Erklärung abzugeben, ist noch offen.
Hintergrund ist der, wenn sie nicht verpflichtet ist, kann sie die Antragsveranlagung zurückziehen.

Tschüß

Kontierung
05.09.2014, 13:25
Hallo,
in den Lohnsteuertabellen sind schon die Werbungskostenpauschalen eingearbeitet, daher muss nicht unbedingt mit einer Erstattung gerechnet werden (was ja auch wiederum eine "Milchmädchenrechnung" darstellt, da die Aufwendungen mit dem persönlichen Steuersatz als Erstattungsbetrag erscheinen: Beispiel 100€ Aufwendungen bei einem Steuersatz von 20% ergeben 20€ Erstattung und die restlichen 80€ verpuffen)
Ebenso sind Pauschalen für die Sozialversicherung eingearbeitet................................

L. E. Fant
05.09.2014, 13:27
Es gab ja Werbungskosten und Sonderausgaben, die vom Bruttolohn abgezogen wurden.

Werbungskosten und Sonderausgaben sind beim monatlichen Lohnsteuerabzug schon berücksichtigt.
(Thema hat in diesem Unterforum nichts zu suchen!)

EDIT: Kontierung war schneller ...

Vegana
05.09.2014, 14:28
Danke für die schnellen Antworten. Das wusste ich nicht, dass beim monatlichen Lohnsteuerabzug die Pauschalen für Werbungskosten und Sonderausgaben schon berücksichtigt wurden. Das würde die Sache bei meiner Tochter erklären. Wo kann man denn das nachlesen, dass die Pauschalen monatlich bereits berücksichtigt werden? (Gesetzestext o.ä.)

P.S. Wenn ich hier im falschen Unterthema gelandet sein sollte, bitte verschieben. Bin neu.
Danke.

Meine Tochter war nicht zur Abgabe verpflichtet.

Habe ich das dann richtig verstanden, eine Erstattung hätte sich nur ergeben, wenn unter den genannten Bedingungen meine Tochter über den Pauschalen gelegen hätte?

Kontierung
05.09.2014, 14:48
..schaue mal hier:
http://www.bing.com/search?q=berechnung+der+lohnsteuer+formel&form=CMDTDF&pc=CMDTDF&src=IE-SearchBox

Elster-Tester
05.09.2014, 15:53
Dann gäbe es noch die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber zu wenig Lohnsteuer einbehalten hat (vgl. Rechner im Internet).

Wenn der Arbeitgeber zu wenig LSt einbehalten hat, ist der Stpfl. eine Pflichtveranlagung,

Wenn die LSt aber korrekt einbehalten wurde, kann man den Antrag auf Veranlagung innerhalb der Einspruchsfrist zurücknehmen.

Vegana
06.09.2014, 10:04
Die Lohnsteuer, die der AG berechnet und abgeführt hat, scheint korrekt zu sein. Habe es mit einem Lohnsteuerrechner überprüft.
Ich hätte gern gewusst, in welchem Gesetzestext geregelt ist, dass bei der monatlichen Lohnsteuerberechnung die Pauschalen für Werbungskosten und Sonderausgaben bereits berücksichtigt werden müssen.
Wer kann mir da evtl. helfen?

Noch einmal vielen Dank für die vielen hilfreichen Antworten bisher.

Viele Grüße

Kontierung
06.09.2014, 11:30
Guten Tag,
im Lexwareforum hat die Lohntante Karin Römer einen netten Text dafür:
"ISSO"
warum wurde der von mir gelieferte Link auf Seite 1 nicht aufgerufen?
Ganz ehrlich, soviel Gedöns um einen Sachverhalt, den eigentlich jeder Arbeitnehmer kennen sollte....

Hagen-Gronert
06.09.2014, 11:44
Die Lohnsteuer, die der AG berechnet und abgeführt hat, scheint korrekt zu sein. Habe es mit einem Lohnsteuerrechner überprüft.
Ich hätte gern gewusst, in welchem Gesetzestext geregelt ist, dass bei der monatlichen Lohnsteuerberechnung die Pauschalen für Werbungskosten und Sonderausgaben bereits berücksichtigt werden müssen.
Wer kann mir da evtl. helfen?

Noch einmal vielen Dank für die vielen hilfreichen Antworten bisher.

Viele Grüße

Hier können Sie sich informieren:

( ab Position:11. Werden Freibeträge automatisch gewährt? )

http://www.fm.rlp.de/startseite/steuerrecht/fragen-und-antworten/lohn-einkommensteuer/

Vegena: [Ich hätte gern gewusst, in welchem Gesetzestext geregelt ist,...]

Antwort: § 9a EStG und hier ein Link dazu: http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__9a.html

neysee
06.09.2014, 12:22
Die korrekte Antwort lautet übrigens §39a EStG so es um den Grundsatz geht, dass der Lohnsteuerabzug der Einkommensteuer entsprechen soll, und §39b wenn man es immer noch nicht glaubt und wissen will, dass dazu auch die Werbungskostenpauschale und die Sozialversicherungbeiträge berücksichtigt werden.

Auch wenn ich mich ebenso frage, was das Gedöns soll.

Hagen-Gronert
06.09.2014, 12:45
Die korrekte Antwort lautet übrigens §39a EStG so es um den Grundsatz geht, dass der Lohnsteuerabzug der Einkommensteuer entsprechen soll, und §39b wenn man es immer noch nicht glaubt und wissen will, dass dazu auch die Werbungskostenpauschale und die Sozialversicherungbeiträge berücksichtigt werden.

Auch wenn ich mich ebenso frage, was das Gedöns soll.

Sorry neysee, für Vegana ist das kein Gedöns Ich habe mir erlaubt die Frage von Vegana zu beantworten, in der Hoffnung, dass Vegana es jetzt verstanden hat.

Hagen-Gronert
06.09.2014, 13:16
@ neysee,

Ihre Ergänzung §39a EStG so es um den Grundsatz geht ist korrekt.

Meine Info, § 9a EStG Pauschbeträge für Werbungskosten betrifft den Link
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__9a.html

neysee
06.09.2014, 14:15
@
Meine Info, § 9a EStG Pauschbeträge für Werbungskosten betrifft den Link


Dort steht, dass es eine Werbungskostenpauschale für die Einkommensteuer gibt. Das wurde doch von niemand bezweifelt. Die Frage war, wo steht, dass das auch schon beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt wird. Und das steht eben woanders.

Und sorry, für mich ist es Gedöns. EOD.

Vegana
06.09.2014, 15:57
Vielen Dank, Hagen-Gronert. Sie haben mir mit Ihren Hinweisen sehr geholfen.
Und all denen, die meine Frage als Gedöns bezeichnen, empfehle ich, einfach weiterzuklicken und ihre wertvolle Zeit nicht mit derlei Banalitäten zu verschwenden.
Wenn meine Tochter, als sie in ihrer Lohnbuchhaltung nachfragte, eine kompetente Antwort erhalten hätte ("Die monatliche Lohnsteuer berücksichtigt bereits die Pauschalen."), hätte ich mir die Frage in diesem Forum sparen können. Leider konnte man es ihr dort nicht erklären.

stiller
07.09.2014, 13:10
Vielen Dank, Hagen-Gronert. Sie haben mir mit Ihren Hinweisen sehr geholfen.
Und all denen, die meine Frage als Gedöns bezeichnen, empfehle ich, einfach weiterzuklicken und ihre wertvolle Zeit nicht mit derlei Banalitäten zu verschwenden.
Wenn meine Tochter, als sie in ihrer Lohnbuchhaltung nachfragte, eine kompetente Antwort erhalten hätte ("Die monatliche Lohnsteuer berücksichtigt bereits die Pauschalen."), hätte ich mir die Frage in diesem Forum sparen können. Leider konnte man es ihr dort nicht erklären.

Hallo,
bei allem Gedöns, warum fragt Ihre Tochter nicht selbst?
Sorry, aber aus einer Mücke wird gewöhnlich ein Elefant.

Elefant
07.09.2014, 13:53
aus einer Mücke wird gewöhnlich ein Elefant.

Bei mir war das damals auch so

:p

stiller
07.09.2014, 14:43
eine sehr grosse Mücke! ;)
Danke, ohne Humor wär dieses Forum echt fade.

Hagen-Gronert
07.09.2014, 15:32
@ stiller, @ Elefant

Zitat stiller:
[Hallo,
bei allem Gedöns, warum fragt Ihre Tochter nicht selbst?
Sorry, aber aus einer Mücke wird gewöhnlich ein Elefant.]

Zitat Elefant:
[Bei mir war das damals auch so :p]

Antwort von Hagen:

:D :D :D)))))))))) aus einer Mücke wird ein Elefant
:eek: es kann gefährlich werden
;) das ist bekannt

:cool: Gedöns ist manchmal im Forum auch was schön's

Mit freundlichen Grüßen
Hagen

neysee
08.09.2014, 10:45
Und all denen, die meine Frage als Gedöns bezeichnen, empfehle ich, einfach weiterzuklicken und ihre wertvolle Zeit nicht mit derlei Banalitäten zu verschwenden.
Wenn meine Tochter, als sie in ihrer Lohnbuchhaltung nachfragte, eine kompetente Antwort erhalten hätte ("Die monatliche Lohnsteuer berücksichtigt bereits die Pauschalen."), hätte ich mir die Frage in diesem Forum sparen können. Leider konnte man es ihr dort nicht erklären.

Wenn ich deine Frage einfach weiter geklickt hätte, wüsstest du die Rechtsgrundlage immer noch nicht.

Gedöns war es übrigens ab dem Zeitpunkt, wo du wusstest, dass bei der LSt schon Pauschalen berücksichtigt werden, aber immer noch darauf bestanden hast, dass man es dir schwarz auf weiß zeigt.

Und es ist sicher nicht Aufgabe einer Lohnbuchhaltung, den Angestellten Steuerrecht zu erklären.

stourm
12.03.2015, 10:37
Hallo, ich hänge mich mit meiner Frage einfach mal hier dran:

Ich mache gerade meine Einkommenssteuererklärung per Elster und habe meine Steuer mal probeweise berechnet. Was mir dabei komisch vorkommt, wenn ich auf dem Lohnsteuerrechner des BMF meine Lohnsteuer nach meinem Bruttolohn berechne, bekomme ich eine Steuerschuld, die nur halb so hoch ist. Wenn ich die Einkommensteuer nach dem zu versteuernden Einkommen beim BMF-Rechner berechne, bekomme ich den gleichen Wert wie bei Elster. Nur das komische ist, dass ich neben meinem Einkommen aus unselbstständiger Arbeit keinen anderen Verdienst habe. Warum gibt es aber dann so eine hohe Differenz zwischen Lohn- und Einkommenssteuer?

holzgoe
12.03.2015, 10:51
Hallo stourm,

wenn du deine Frage hier dran hängst -> hast du auch den ganzen Beitrag vorher gelesen ?

Vielleicht sind da schon ein paar Varianten für dich dabei -> ist die Anlage Vorsorgeaufwand mit ausgefüllt ? Hattest du Einkünfte die unter die Progression fallen ?

Tschüß

stourm
12.03.2015, 12:01
Ja die Anlage Vorsorgeaufwand wurde ausgefüllt, es gab aber nur die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- Pflege- und Rentenversicherung.
Es gab neben dem Einkommen aus unselbstständiger Arbeit keine weiteren Einkünfte (s.o.), also auch keine Einkünfte die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, wie Krankengeld oder ALG I.

Charlie24
12.03.2015, 12:45
Warum gibt es aber dann so eine hohe Differenz zwischen Lohn- und Einkommenssteuer?

Wenn im Lohnsteuerrechner alle Daten richtig eingegeben werden, gibt es keine besonders große Differenz.

stourm
13.03.2015, 10:01
Ich denke ich kann den Rechenweg nun nachvollziehen, jedoch nicht den Grund: Errechnet man von meinem Bruttojahreslohn von 11.754 € das Monatsbrutto, 979,50 €, so ergibt sich laut Lohnsteuertabelle eine monatliche Lohnsteuerlast von 3,75€. Im Jahr also 45€. Legt man jedoch die Einkommenssteuertabelle zu Grunde, so geht diese bei einem Jahresbruttolohn von 11.700€ von einer Jahressteuerlast von 577€ aus. So hoch ist auch der bisher tatsächlich einbehaltene Lohnsteuerabzug. Wenn man aber jetzt die normalen Pauschbeträge abzieht, komme ich auf ein zvE von 9.033€, also auf eine Steuerlast von 99,- €. Verstehen tue ich diese Unterschiede aber tatsächlich nicht.

Charlie24
13.03.2015, 11:30
... so geht diese bei einem Jahresbruttolohn von 11.700€ von einer Jahressteuerlast von 577€ aus

Die Einkommensteuertabelle geht immer vom zu versteuernden Einkommen -zvE- aus und darf nicht auf den Jahresbruttolohn bezogen werden!

Es sind mindestens der Arbeitnehmerpauschbetrag und der Pauschbetrag für Sonderausgaben abzuziehen, um zu einem zvE-Wert zu kommen.

Bei AN werden auch noch ein Teil der Beiträge zur gesetzlichen RV, KV und AV als Vorsorgeaufwendungen steuermindernd berücksichtigt.