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Thema: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

  1. #1
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    Frage Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    Meine Tochter, 1 Kind (7), alleinerziehend hat 2015 2.256 € und 2016 2.280 € Kindergeld bekommen.
    Da der Vater Unterhalt zahlt, werden bei der Günstigerprüfung nur die Steuerersparnis für den halben Kinderfreibetrag 2015 = 3.576 € und 2016 = 3.624 € mit dem halben Kindergeld verglichen, nehme ich an.
    Im Steuerbescheid für 2015 ist dementsprechend das Einkommen von 36.245 € (Steuer nach Tabelle 7.594 €) um den Freibetrag von 3.576 gemindert worden und für das zu versteuernde Einkommen 32.669 € die Steuer mit 6.394 € festgesetzt worden.
    Das kann ich nachvollziehen, da 7.594 – 6.394 = 1.200 € mehr ist als das halbe Kindergeld von 1.128 €.

    Bei der Steuerberechnung für 2016 ergibt sich sowohl aus der Elsterberechnung vorher als auch aus dem (identischen)Bescheid, der das auch ausspricht, dass das gezahlte Kindergeld, günstiger sein soll, obwohl das Einkommen und das Kindergeld nur geringfügig höher sind als im Vorjahr. Die Zahlen für 2016: Einkommen 37.244 (Steuer 7.756) – 3.624 = 33.620 (Steuer 6.631) Differenz Steuer: 1.225 €
    ½ Kindergeld = 1.140 Demnach müsste die Ansetzung des halben Kindefreibetrages nach wie vor günstiger sein.

    Ich habe die Anlagen Kind für 2015 und 2016 und alles andere sorgfältig verglichen, ob irgendwo ein Häkchen verändert wurde, und nichts gefunden.

    Bevor ich damit zum Finanzamt gehe, hat jemand eine Erklärung?

    berghaus 14.09.17

  2. #2
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    Standard AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    Die Elster-Berechnung stimmt also mit dem Bescheid überein. Ich kann nicht erkennen welches Problem Du jetzt mit Elster hast.

  3. #3
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    Standard AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    Ich würde an Deiner Stelle einmal mit Deinem Steuerprogramm eine Steuerberechnung einmal MIT Anlage Kind und einmal OHNE Anlage Kind machen. Ich unterstelle dabei, dass es nicht noch andere Eintragungen in der Anlage Kind gibt wie z.B. Kinderbetreuungskosten oder Schulgeld. Dann würdest Du den Unterschied genau sehen.
    Schönen Gruß

    Picard777

  4. #4
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    Standard AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    Die beiden Antworten zeigen mir, dass es mir noch nicht gelungen ist, das Problem deutlich zu machen. Es geht auch nicht um viel Geld.
    Gegenüber dem Jahr 2015 hat sich bei meiner Tochter nicht viel verändert.

    Rein gefühlsmäßig meine ich schon, wenn 2015 die Steuerermäßigung für den Ansatz des halben Kinderfreibetrages von 3.576 € und die damit verbundene Steuermäßigung von 1.200 € besser als das halbe Kindergeld von 1.128 € war, dann müsste doch allein schon wegen der Progression bei einem erhöhten Einkommen (2015 = 36.245 € und 2016 = 37.244 €) und auch noch erhöhtem Freibetrag (von 3.576 auf 3.624) und nur mäßig erhöhtem (halbem) Kindergeld (von 1.128 auf 1.140) die Günstigerprüfung (vom Finanzamt Vergleichberechnung genannt) immer noch zugunsten des Ansatzes des Freibetrages ausfallen.

    Rechnet man die sich ergebende Steuer nicht mit dem Elsterprogramm, sondern mit im Internet zu findenden Steuerberechnungsprogrammen (auch vom Finanzministerium) aus, kann man, wie in meinem ersten Beitrag zu sehen, ausrechnen, dass auch 2016 der Ansatz des Freibetrages mehr Steuerermäßigung bringt als das (halbe Kindergeld).

    Zur Verdeutlichung hier die maßgebenden Zeilen aus den beiden Steuerbescheiden:

    2015 / 2016
    Einkommen 36.245 / 37.244
    ab Freibeträge für das Kind -3.576 / -
    zu versteuerndes Einkommen 32.699 / 37.244
    tarifliche Einkommensteuer 6.349 / 7.856
    dazu Kindergeld + 1.228 / -
    festzusetz. Einkommensteuer 7.577 / 7.856 (die tabellenartige Formatierung wird bei Absenden zerstört!)

    An dem Ansatz des Freibetrages und dem Kindergeld im Jahr 2015 sieht man, dass in diesem Fall der Alleinerziehung nur der halbe Freibetrag angesetzt wird, weil, so glaube ich zu wissen, der Vater auch den halben Freibetrag ansetzen kann und, obwohl die Mutter das Kindergeld ganz bekommt (2.2567 2.280) die Hälfte davon auf den vom Vater zu zahlenden Unterhalt angerechnet wird.

    berghaus 114.09.17
    Geändert von berghaus (14.09.2017 um 02:49 Uhr)

  5. #5
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    Standard AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    Gegenrechnung für 2016:

    Einkommen: 37.244
    - KfB: 3.624
    = zvE: 33.620
    tarifliche ESt: 6.631
    + Kindergeld 1140
    = festgesetzte ESt mit KFB 7.771

    festzusetzende ESt ohne KFB: 7.856 €

    Nachtrag: die tarifliche u. festzusetzende ESt 2015 ohne Ansatz des KFB beträgt 7.594 €.

    Nachtrag 2: Gut aufgepasst Charlie24, die vom TE genannten Werte zum KFB und KG passen nicht. Und mit den richtigen Werten passt auch meine Berechnung nicht mehr vom Ergebnis.
    Da muss wohl der zu Grunde liegende Sachverhalt noch einmal geprüft werden hinsichtlich der Anzahl der zu berücksichtigenden Kinder (ggf. über 18 ohne Nachweis einer Berufsausbildung) und etwaigen Übertragungen der Freibeträge.
    Geändert von Beamtenschweiß (14.09.2017 um 11:48 Uhr)
    Mit freundlichen Grüßen

    Beamtenschweiß
    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    In der Anlage Vorsorgeaufwand - Zeile 11 (ab 2016) muss bei Arbeitnehmern, Rentnern und Beamten mit JA geantwortet werden.

    Bei den Werbungskosten gibt es keine Pauschalen außer den in § 9a EStG genannten.

  6. #6
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    Standard AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    + Kindergeld 1.228
    Bei mir ist die Hälfte von 2.256 € immer noch 1.128 € und die Hälfte von 2.280 € dann 1.140 €!

    Was aus den Angaben nicht ersichtlich ist, aber für das korrekte Nachstellen des Steuerfalls durchaus interessant wäre:

    Wurde ein Antrag gemäß Zeile 40 gestellt ( Übertragung des halben Freibetrags für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des anderen Elternteils)

    und/oder besteht Anspruch auf den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende.
    Freundliche Grüße
    Charlie24

    Wichtig: Fast jeder Steuerpflichtige hat Vorsorgeaufwendungen (z.B. Beiträge zur Krankenversicherung) und muss deshalb seiner Einkommensteuererklärung die Anlage Vorsorgeaufwand hinzufügen!

  7. #7
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    Standard AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    @ Beamtenschweiß und @Charly24

    Eure und meine Zahlen sind alle richtig.

    Die halben Freibeträge tauchen in den Steuerbescheiden ja auch bei der Kirchensteuer und dem Soli auf.

    Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von -1.809 wurde in beiden Steuerbescheiden oben von den Einkünften abgezogen.

    In beiden Steuererklärungen ist auf Seite 2 Kind in Zeile 40 das Kästchen nicht angekreuzt, da der Vater Unterhalt zahlt, wobei ihm das halbe Kindergeld dadurch zugute kommt, dass es auf seine Zahlungen angerechnet wird.

    Es geht also um 85 €, die 2016 mehr rauskämen, wenn der (halbe) Kinderfreibetrag angesetzt würde und das halbe Kindergeld dann zu der Steuer hinzugerechnet würde.

    Ich habe gerade das Bruttoeinkommen mal probeweise auf 60.000 erhöht und auf 20.000 erniedrigt.
    In beiden Fällen taucht der Kinderfreibetrag nicht auf.

    Ich glaube, ich muss doch mal in die Sprechstunde gehen. Das Finanzamt ist nur ein paar hundert Meter entfernt.

    berghaus 14.09.17
    Geändert von berghaus (14.09.2017 um 14:24 Uhr)

  8. #8
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    Standard AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    Hurra an alle,

    ich habe herausbekommen, woran es liegt und bin sicher, dass meine Tochter noch exakt die 85 € mehr an Steuererstattung bekommen wird (nach Bitte um Änderung)!

    In der Anlage Kind ist in der Zeile 6 nur der halbe zustehende(!) Jahreskindergeldbetrag (für 2016 also 1.140 €) einzutragen, auch wenn (hier) die Mutter das ganze Kindergeld bekommen hat.

    In die Anlage N übernimmt man aus der (weißen) elektr. Lohnsteuerbescheinigung aus Zeile 33 den vom Arbeitgeber ausgezahlten Kindergeldbetrag, der dort wohl nur nachrichtlich als statistische Angabe geführt wird und keine Auswirkungen auf die Steuerberechnung hat, wie meine oben beschriebenen Versuche gezeigt haben.

    Bei meiner Tochter stand da nur ein Betrag von 2.090 und nicht 2.280 (=12x190), was zu der jetzt erst geklärten Frage führte, ob meine Tochter 2016 genug Kindergeld bekommen hatte. Hatte Sie, allerdings ab Dezember 2016 nicht von ihrem Arbeitgeber, sondern von der Familienkasse. Dass das so ist, hatte der Arbeitgeber geschrieben. Belege dafür findet man nur auf dem Bankkontoauszug, immer pünktlich gezahlt an dem letzten Arbeitstag für und vor den bzw. dem nächsten Monat.

    Ich hatte nun wie 2015 (2.256) den Betrag von 2.090 für 2016 aus der Lohnsteuerbescheinigung in Anlage N und in Zeile 6 der Anlage Kind übernommen.

    Liest man dazu, was bei Elster aufklappt und in der Papieranleitung auf Seite 13 im drittletzten Absatz beginnend mit "Auch derjenige Elternteil....." steht, nämlich "In diesem Fall ist beim anderen Elternteil nicht der volle Anspruch, sondern nur die Hälfte anzusetzen....", so ist das nicht nur widersprüchlich, sondern führt geradezu zu dazu, dass man hier das ganze Kindergeld, auf das man ja auch als Alleinerziehende einen Anspruch hat, sonst würde man es ja nicht bekommen, einträgt.

    Ich nehme an, dass bei dem Steuerbescheid für 2015 jemand eingegriffen hat, nachdem ich dort in Zeile 6 der Anlage Kind den damals gezahlten Jahreskindergeldbetrag von 2.256 € eingetragen hatte.

    Mein Gott, ist das deutsche Steuerrecht doch schön kompliziert. Für meine eigene Steuererklärung brauche ich über 100 Bierdeckel. Deshalb ist sie auch noch nicht fertig, weil ich so schnell nicht so viel trinken kann und wenn, wird sie auch nicht fertig.

    berghaus 15.09.17
    Geändert von berghaus (15.09.2017 um 03:16 Uhr)

  9. #9
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    Standard AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    Zitat Zitat von berghaus Beitrag anzeigen
    Liest man dazu, was bei Elster aufklappt und in der Papieranleitung auf Seite 13 im drittletzten Absatz beginnend mit "Auch derjenige Elternteil....." steht, nämlich "In diesem Fall ist beim anderen Elternteil nicht der volle Anspruch, sondern nur die Hälfte anzusetzen....", so ist das nicht nur widersprüchlich, sondern führt geradezu zu dazu, dass man hier das ganze Kindergeld, auf das man ja auch als Alleinerziehende einen Anspruch hat, sonst würde man es ja nicht bekommen, einträgt.
    Das ist nicht widersprüchlich, aber natürlich juristisch feinsinnig. In der Anlage Kind wird nach dem ANSPRUCH gefragt. Du hast nur einen ANSPRUCH auf das halbe Kindergeld, der Kindesvater hat Anspruch auf die andere Hälfte. Davon zu unterscheiden ist, wem das Kindergeld AUSGEZAHLT wird. Das wird es nämlich nur EINEM Elternteil mit der Folge, dass der andere Elternteil zivilrechtlich gegen Dich einen Ausgleichsanspruch in Höhe der Hälfte hat, so dass bei Dir dann letztlich nur die Hälfte übrig bleíbt.

    Ob der andere Elternteil seinen Anspruch geltend macht, z.B. in Unterhaltsvereinbarungen oder Scheidungsfolgevereinbarungen verrechnet, oder nicht, ist egal. Es kommt immer auf den ANSPRUCH an.
    Schönen Gruß

    Picard777

  10. #10
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    Standard AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    Ich hatte nun wie 2015 (2.256) den Betrag von 2.090 für 2016 aus der Lohnsteuerbescheinigung in Anlage N und in Zeile 6 der Anlage Kind übernommen.
    Ich habe mich schon gefragt, warum ich das Ergebnis mit dem richtig eingetragenen Anspruch von 1.140 € nicht nachvollziehen konnte.
    Freundliche Grüße
    Charlie24

    Wichtig: Fast jeder Steuerpflichtige hat Vorsorgeaufwendungen (z.B. Beiträge zur Krankenversicherung) und muss deshalb seiner Einkommensteuererklärung die Anlage Vorsorgeaufwand hinzufügen!

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