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Thema: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

  1. #11
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    Standard AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    @Picard777

    Ich gebe zu, es ist nicht widersprüchlich, sondern eindeutig sprachlich falsch!

    Selbst, wenn man den Unterschied zwischen gezahltem Kindergeld und dem Anspruch darauf (er)kennt, wird hier eindeutig gesagt, dass "in diesem Fall bei dem anderen Elternteil nicht der volle Anspruch, sondern die Hälfte anzusetzen ist.

    Das kann man nur so verstehen, das man selbst den vollen Anspruch in Zeile 6 Anlage Kind eintragen muss.

    Das Widersprüchliche daran ist, dass man schon das Gefühl hat, dass dann sozusagen anderthalb Kindergeldjahresbeträge im System herumgeistern.

    Unsicher war ich all die Jahre, habe aber gedacht, Elster wird's schon richten, wird doch das tatsächlich gezahlte Kindergeld 'hintenrumm' dem Finanzamt gemeldet und es ist egal, was ich hier und da beim Kindergeld eintrage.

    In Anlage N ist es auch egal, wie man merkt, wenn man die verschiedensten Beträge mit dem Elsterprogramm durchrechnen läßt.

    Bis jetzt hatte ich auch geglaubt, über den Ansatz des Kinderfreibetrages bekäme man einen Ausgleich, wenn im Laufe des Jahres zu wenig Kindergeld ausgezahlt worden ist. Das ist aber nicht so, wie jetzt erkannt habe.

    Völlig unverständlich ist mir jedoch, warum das Elsterprogramm nicht auch automatisch bei der 'Vergleichsberechnung' von dem halben 'Anspruch' ausgeht, so wie es das dann bei der Berechnung der Kirchensteuer und dem Soli macht.

    Bei den gegebenen klaren Verhältnissen, Vater zahlt Unterhalt (kein Kreuz in Zeile 40 Anlage Kind) und bekommt das halbes Kindergeld durch Verrechnung mit dem Unterhalt (oder auch nicht), müsste es eigentlich bei einer falschen Eintragung in Zeile 6 zu einer Fehlermeldung oder Problemen bei der Plausibilitätsberechnung kommen.

    Und nun habe ich mal nachgeschaut. Das Kind wurde 2010 geboren. In allen Steuererklärungen seitdem wurde in Zeile 6 das volle gezahlte Kindergeld eingetragen und nur für die Jahre 2010, 2012 und jetzt 2016 wurde das gezahlte Kindergeld als günstiger als der (halbe) Freibetrag berechnet.

    Frage: Kann meine Tochter bei einem Antrag auf Änderung der Steuerbescheide für 2010 und 2012 Kulanz erwarten, weil m.E. die die Erklarungen zu Zeile 6, falsch oder widersprüchlich und die Elsterberechnung nicht ausgereift ist?

    berghaus 15.09.17

  2. #12
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    Standard AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    Kann meine Tochter bei einem Antrag auf Änderung der Steuerbescheide für 2010 und 2012 Kulanz erwarten, weil m.E. die die Erklarungen zu Zeile 6, falsch oder widersprüchlich und die Elsterberechnung nicht ausgereift ist?
    Wenn die Steuerfestsetzung in diesem Punkt nicht für vorläufig erklärt worden, hat man in der Regel keine Chance, die strengen Änderungsvorschriften der AO lassen solche Änderungen nicht zu.

    Die Erläuterungen zu Zeile 6 sind nach meiner Meinung auch nicht widersprüchlich oder falsch und die Vorausberechnung ist ohnehin nur ein unverbindlicher Service der Steuerverwaltung, worauf ausdrücklich hingewiesen wird.

    Man muss die Erläuterung nur vollständig einschließlich des Beispiels am Ende lesen, spätestens dann versteht man, wer mit dem anderen Elternteil gemeint ist.
    Freundliche Grüße
    Charlie24

    Wichtig: Fast jeder Steuerpflichtige hat Vorsorgeaufwendungen (z.B. Beiträge zur Krankenversicherung) und muss deshalb seiner Einkommensteuererklärung die Anlage Vorsorgeaufwand hinzufügen!

  3. #13
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    Frage AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    @Charly

    Aus der Sicht der Mutter, die das Kindergeld ganz bekommt, ist klar, wer der andere Elternteil ist: "In diesem Fall ist beim anderen Elternteil nicht der volle Anspruch, sondern nur die Hälfte anzusetzen."

    Das kann man nur so lesen und verstehen, dass nur bei dem anderen Elternteil die Hälfte anzusetzen ist, bei einem selbst aber der volle Anspruch, was meine Tochter oder besser ich für sie 7 Jahre lang gemacht hat mit unterschiedlichen Ergebnissen.

    Es wäre doch ganz einfach hier zu schreiben: 'In diesem Fall ist bei beiden Elternteilen nicht der volle Anspruch, sondern nur die Hälfte anzusetzen.'

    Oder auch den feinsinnigen Unterschied zwischen 'gezahltem Kindergeld' und 'Anspruch darauf' zu erläutern.

    Ich bemängele ja auch nicht die Vorausberechnung, die, meine ich, immer rechnerisch mit dem Steuerbescheid identisch ist, sondern, dass das System das nicht automatisch richtig berechnen kann, egal, was man in Zeile 6 Anlage Kind einträgt.

    Der "in diesem Fall" halbe Anspruch steht doch fest und ist auch nicht abhängig davon, ob das Kindergeld gezahlt wurde. (????)

    Und dann kann ich mir vorstellen, dass dieses Problem nicht schon tausende mal vorgekommen ist.

    Ich werde mal Montag auch mit anderen Fragen zum Finanzamt gehen und hier berichten.

    berghaus 15.09.17
    Geändert von berghaus (15.09.2017 um 16:21 Uhr)

  4. #14
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    Standard AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    Hallo,

    @berghaus
    Zitat: Das kann man nur so lesen und verstehen, dass nur bei dem anderen Elternteil die Hälfte anzusetzen ist, bei einem selbst aber der volle Anspruch, was meine Tochter oder besser ich für sie 7 Jahre lang gemacht hat mit unterschiedlichen Ergebnissen.

    Was hast du für eine verschrobene Logik?

    Wenn der eine Elternteil Anspruch auf die Hälfte hat, bleibt doch wohl nur die andere Hälfte für den anderen Elternteil übrig.
    oder führen bei dir 3 Hälften zu einem Ganzen?

    Gruß FIGUL

  5. #15
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    Standard AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    In diesem Fall ist beim anderen Elternteil nicht der volle Anspruch, sondern nur die Hälfte anzusetzen.
    Man kann natürlich jeden Satz aus dem Kontext heraus reißen und den Wortlaut ein wenig verändern:

    Auch derjenige Elternteil hat einen Anspruch auf Kindergeld, dem das Kindergeld nicht unmittelbar ausgezahlt, sondern bei der Bemessung seiner Unterhaltsverpflichtung berücksichtigt wird. In diesen Fällen ist beim anderen Elternteil nicht das in voller Höhe ausgezahlte, sondern das halbe Kindergeld anzusetzen.

    Im Übrigen gebe ich @Figul recht, was die Logik angeht. Darum kommt das Problem auch nicht tausende mal vor.
    Freundliche Grüße
    Charlie24

    Wichtig: Fast jeder Steuerpflichtige hat Vorsorgeaufwendungen (z.B. Beiträge zur Krankenversicherung) und muss deshalb seiner Einkommensteuererklärung die Anlage Vorsorgeaufwand hinzufügen!

  6. #16
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    Standard AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    Zitat Zitat von berghaus Beitrag anzeigen
    Die beiden Antworten zeigen mir, dass es mir noch nicht gelungen ist, das Problem deutlich zu machen. Es geht auch nicht um viel Geld.
    Gegenüber dem Jahr 2015 hat sich bei meiner Tochter nicht viel verändert.

    Rein gefühlsmäßig meine ich schon, wenn 2015 die Steuerermäßigung für den Ansatz des halben Kinderfreibetrages von 3.576 € und die damit verbundene Steuermäßigung von 1.200 € besser als das halbe Kindergeld von 1.128 € war, dann müsste doch allein schon wegen der Progression bei einem erhöhten Einkommen (2015 = 36.245 € und 2016 = 37.244 €) und auch noch erhöhtem Freibetrag (von 3.576 auf 3.624) und nur mäßig erhöhtem (halbem) Kindergeld (von 1.128 auf 1.140), dazu hier mehr Infos, die Günstigerprüfung (vom Finanzamt Vergleichberechnung genannt) immer noch zugunsten des Ansatzes des Freibetrages ausfallen.

    Rechnet man die sich ergebende Steuer nicht mit dem Elsterprogramm, sondern mit im Internet zu findenden Steuerberechnungsprogrammen (auch vom Finanzministerium) aus, kann man, wie in meinem ersten Beitrag zu sehen, ausrechnen, dass auch 2016 der Ansatz des Freibetrages mehr Steuerermäßigung bringt als das (halbe Kindergeld).

    Zur Verdeutlichung hier die maßgebenden Zeilen aus den beiden Steuerbescheiden:

    2015 / 2016
    Einkommen 36.245 / 37.244
    ab Freibeträge für das Kind -3.576 / -
    zu versteuerndes Einkommen 32.699 / 37.244
    tarifliche Einkommensteuer 6.349 / 7.856
    dazu Kindergeld + 1.228 / -
    festzusetz. Einkommensteuer 7.577 / 7.856 (die tabellenartige Formatierung wird bei Absenden zerstört!)

    An dem Ansatz des Freibetrages und dem Kindergeld im Jahr 2015 sieht man, dass in diesem Fall der Alleinerziehung nur der halbe Freibetrag angesetzt wird, weil, so glaube ich zu wissen, der Vater auch den halben Freibetrag ansetzen kann und, obwohl die Mutter das Kindergeld ganz bekommt (2.2567 2.280) die Hälfte davon auf den vom Vater zu zahlenden Unterhalt angerechnet wird.

    berghaus 114.09.17
    Habe gerade ein ganz ähnliches Problem. Ich konnte aus diesem Thread noch keine Lösung erkennen. Gibt es mittlerweile neue Erkenntnisse? An wen kann man sich denn eigentlich am besten wenden, bei solchen Fragen? Kann ein guter Steuerberater einem dabei weiterhelfen? Was würde so etwas denn in etwa kosten? Danke vorab für eure Hilfe!

  7. #17
    Benutzer
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    Standard AW: Kinderfreibetrag/Kindergeld - Günstigerprüfung

    @conny833

    Sicher wird ein Steuerberater da helfen können. Kostet aber.

    Ich würde aber erst mal versuchen, das Problem hier zu schildern.

    berghaus 10.10-17
    Geändert von berghaus (10.10.2017 um 14:21 Uhr)

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