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Thema: Weniger Steuerrückerstattung bei Riester mit Kind?

  1. #11
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    Standard AW: Weniger Steuerrückerstattung bei Riester mit Kind?

    Wie funktioniert die Günstigerprüfung?

    Die Günstigerprüfung funktioniert in zwei Schritten:
    1. Schritt: Berechnung der Steuerentlastung
    Zuerst wird die tarifliche Einkommensteuer ausgerechnet, die sich ergibt, wenn die Altersvorsorgeaufwendungen nicht als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Dann wird die tarifliche Einkommensteuer ausgerechnet unter Berücksichtigung der Altersvorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben. Anschließend werden die beiden Steuerbeträge miteinander verglichen. Der Differenzbetrag ist die Steuerentlastung durch den Sonderausgabenabzug.

    2. Schritt: Vergleich der Steuerentlastung mit der Zulage
    Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

    Die Steuerentlastung ist geringer als die Zulage.
    In diesem Fall bleibt es bei der Förderung durch die Zulage.
    Die Zulage wird auf Ihren Altersvorsorgevertrag eingezahlt.
    Es gibt keine weitere Förderung durch einen Sonderausgabenabzug.

    Die Steuerentlastung ist höher als die Zulage.
    Ihre Altersvorsorgeaufwendungen werden als Sonderausgaben abgezogen.
    Die Zulage wird auf Ihren Altersvorsorgevertrag eingezahlt.
    Um eine Doppelförderung zu vermeiden, zieht das Finanzamt die Zulage (als bereits erfolgte Steuervergütung) von der Steuerentlastung durch den Sonderausgabenabzug ab.
    Die Differenz zwischen Steuerentlastung und Zulage wird gesondert im Steuerbescheid ausgewiesen und zusammen mit der Steuererstattung direkt ausbezahlt. Sie fließt also nicht in den Vorsorgevertrag. Damit kann auch in späteren Jahren nachvollzogen werden, in welcher Höhe sich die Altersvorsorgeaufwendungen steuermindernd ausgewirkt haben.

  2. #12
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    Standard AW: Weniger Steuerrückerstattung bei Riester mit Kind?

    Hallo,

    >>>Nein, so ist es nicht. Und ich kann das aus diesem Thread auch nicht herauslesen

    Warum nicht?
    Es ist doch offenbar so, dass mit Kind 300 Euro mehr in den Vertrag eingezahlt werden, von denen der Fragesteller aber indirekt 243 Euro selber zahlen muss.

    Klar, genötigt wird nicht, denn die Anlage AV kann auch einfach weggelassen werden (dann aber komplett, was wahrscheinlich auch wieder weniger Erstattung bedeutet); die Formulierung war bewusst etwas sarkastisch.

    Stefan

  3. #13
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    Standard AW: Weniger Steuerrückerstattung bei Riester mit Kind?

    Es ist doch offenbar so, dass mit Kind 300 Euro mehr in den Vertrag eingezahlt werden, von denen der Fragesteller aber indirekt 243 Euro selber zahlen muss.
    Das halte ich jetzt schon für einen Denkfehler! Diese 300 € werden aus der Staatskasse bezahlt, warum sollte die Staatskasse den gleichen Betrag denn nochmal bezahlen?

    Das System unterscheidet sich grundsätzlich nicht von der Günstigerprüfung bei Kindergeld und Kinderfreibetrag, da macht das ja auch keine Probleme. Doppelt begünstigt geht nun mal nicht!
    Freundliche Grüße
    Charlie24

    Wichtig: Fast jeder Steuerpflichtige hat Vorsorgeaufwendungen (z.B. Beiträge zur Krankenversicherung) und muss deshalb seiner Einkommensteuererklärung die Anlage Vorsorgeaufwand hinzufügen!

  4. #14
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    Standard AW: Weniger Steuerrückerstattung bei Riester mit Kind?

    Hallo,

    mich stören ja nicht die - nur - 57 Euro die am Ende als Gewinn rausspringen, sondern das man nur durch das Kind den Riestervertrag durch die Hintertür erhöht. Vielleicht kann man das verhindern, aber ich befürchte, dass viele das überhaupt nicht erkennen.

    Oder ich hab' was falsch verstanden.


    >>>Diese 300 € werden aus der Staatskasse bezahlt, ...

    Aber gleichzeitig müssen 243 Euro zurückgezahlt werden. Und das entscheidende ist worein und woraus, der Staat zahlt die 300 Euro nämlich in den Vertrag (da kommt man Jahrzehnte nicht dran), auf die 243 Euro muss man hingegen direkt verzichten.

    Oder ich hab' was falsch verstanden.

    Stefan

    PS: Ich halte Riester sowieso für Humbug und bin deshalb wahrscheinlich nicht objektiv, suche eher noch nach weiteren Nachteilen.

  5. #15
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    Standard AW: Weniger Steuerrückerstattung bei Riester mit Kind?

    Also, erst nochmal Danke für die vielen Antworten und die Beteiligung hier. Es ist ein klasse Forum mit tollen Leuten!

    @reckoner
    ICh glaube es nun wirklich verstanden zu haben und erkläre es nochmal mit anderen Worten.

    Meine Frau bekam ohne Kind eine Grundzulage von 154 Euro + durch Angabe des Riestervertrags in der Anlage AV eine gute Steuererstattung. Das hängt natürlich alles vom Einkommen, der gezahlten Lohnsteuer, der Beiträge in den Riestervertrag etc ab. Bei ihr waren das immer ca. 1050 Euro Beiträge + Zulage macht ca. 1200 Euro an Sonderausgaben (die Zulage wird vom Staat gezahlt und auf die Sonderausgaben aufgerechnet, das ist gut!). Nehmen wir der Einfachheit an, dass bei der Steuererklärung für jeden anrechenbaren Euro sie ca 1/3 wieder herausbekommt.
    Bei 1200 Euro Ausgaben wären das 400 Euro an Rückerstattung. Nun kommt die Günstigerprüfung. 400 abzgl. Grundzulage (die hat sie ja schon) gibt ca. 250 Euro Erstattung, ein plus für sie.

    Nun kommt ein Kind. Die Sonderausgaben addieren sich zu 1050+154+300 = ca. 1500 Euro. Ein Drittel davon sind nun 500 Euro an Steuererstattung, die sie bekommen würde. Sie hat aber schon auf den Riestervertrag die Grundlagen 154 + 300 = 454 bekommen. Also bekommt sie noch ca. 50 von der Steuer heraus - aber eben keine 250 mehr.
    (und genau hier war mein Denkfehler. Riester ohne Kind: 291 mehr, Riester mit Kind: 51 mehr als ohne Riester, aber eben 243 weniger als Riester ohne Kind).

    Wenn ein zweites Kind da wäre, hätte sie Sonderausgaben von ca. 1800 Euro, dann gibts 600 Euro Steuer zurück. Die Zulagen sind 154+300+300 = 754
    600-754 = -154 . In diesem Fall (bei einem zweiten Kind) lohnt sich die Steuer nicht. das FA wird entscheiden, kein Geld zurückzugeben, aber auch kein zusätzliches einzusammeln.

    Ich habe nun auch begriffen, dass es beim Kindergeld ähnlich läuft.
    Danke an euch!
    Geändert von lichtbricht (17.10.2018 um 06:17 Uhr)

  6. #16
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    Standard AW: Weniger Steuerrückerstattung bei Riester mit Kind?

    Hallo,

    danke für die Ausführung, aber mir ist schon klar wie so eine Förderung funktioniert. Und Günstigerprüfungen sind eine Grundlage des Steuerrechts, das kenne ich sicher.

    Ich bleibe dabei, dass ihr jetzt nur wegen dem Kind 243 Euro weniger in der Tasche habt (bzw. auf dem Konto). Und im Gegenzug 300 Euro mehr in dem Riestervertrag, das ist absolut kein gutes Verhältnis (da ist imho sogar VWL schon besser). Ein Zuschuss von 23% macht doch die konstruktionsbedingte Minderrendite der Riesterprodukte nicht wett.

    Bisher war meine Meinung, dass sich Riester vor Allem für einkommensschwache Familien mit Kindern lohnt. Nun bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das mit dem niedrigen Einkommen noch viel wichtiger ist als gedacht, praktisch ist es eine Grundvoraussetzung und die Kinder wirken sich nur dann positiv aus.

    Beim Kindergeld läuft es übrigens gerade nicht genau so, dort erhalten die Eltern das Geld so oder so, je nach dem was besser - günstiger - ist. Wenn beispielsweise das Kindergeld nur in Form eines Ausbildungsgutscheins ausgehändigt würde wären sicherlich viele Familien sehr unzufrieden damit.

    Stefan

  7. #17
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    Standard AW: Weniger Steuerrückerstattung bei Riester mit Kind?

    Von der Riesterförderug profitiert nur eine Gruppe: die Versicherungsunternehmen !

    Die Rendite der Verträge ist miserabel und die Verwaltungskosten bei den Versicherungen sehr hoch, was jeder sehen kann der seinen Vertrag vorzeitig kündigt.
    Dazu noch der ganze bürokratische Aufwand (Personell + Finanziell) bei der Verwaltung hinsichtlich der Überwachung der Zulageberechtigung und der Führung der Konten.

    Im Übrigen habe ich noch keinen Versicherungsvertreter getroffen, der mir tatsächlich berechnen konnte was unterm Strich überhaupt raus kommt.
    Denn bei sämtlichen Berechnungen wird immer vergessen, dass die Erträge aus dem Vertrag am Ende versteuert werden müssen und somit die ohnehin schon magere Rendite noch weiter zu verringern ist.
    Mit freundlichen Grüßen

    Beamtenschweiß
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    In der Anlage Vorsorgeaufwand - Zeile 11 (ab 2016) muss bei Arbeitnehmern, Rentnern und Beamten mit JA geantwortet werden.

    Bei den Werbungskosten gibt es keine Pauschalen außer den in § 9a EStG genannten.

  8. #18
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    Standard AW: Weniger Steuerrückerstattung bei Riester mit Kind?

    Jetzt mal ganz unabhängig von der miserablen Rendite der Riesterverträge zum ursprünglichen Thema zurück.

    Die Zulagen bekommt man bekanntlich auch, wenn man keine oder nur sehr geringe Steuern zahlt und deshalb vom Sonderausgabenabzug gar nicht profitieren kann.
    Freundliche Grüße
    Charlie24

    Wichtig: Fast jeder Steuerpflichtige hat Vorsorgeaufwendungen (z.B. Beiträge zur Krankenversicherung) und muss deshalb seiner Einkommensteuererklärung die Anlage Vorsorgeaufwand hinzufügen!

  9. #19
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    Standard AW: Weniger Steuerrückerstattung bei Riester mit Kind?

    Ich finde Riesterverträge auch miserabel, und hätte ich meine Frau schon gekannt, bevor sie den Vertrag abgeschlossen hätte, hätte ich den Abschluss auch versucht zu verhindern... Nun muss sie, und damit auch ich, damit leben

    @Reckoner
    das stimmt. dank Kind habe ich 243 Euro weniger auf dem Bankkonto als ich ohne Kind hätte, dafür 300 auf dem Riesterkonto.
    Ohne Riester hätte meine Frau natürlich keinerlei Zulagen und keine Steuerersparnis, so bringt der Riestervertrag immerhin noch 154+300 Zulagen + 50 Euro aufs Konto, also knapp 500 Euro.
    Inwiefern das Ganze sich am Ende im Rentenalter - nach Abzug Steuern lohnt, ist ne ganze andere Frage. Und das bei der Allianz die Gebühren am Anfang die Zulage und Zinsen fast komplett auffressen auch eine andere.
    Daher gebe ich auch @Beamtenschweiß recht: Es profitieren nur die Versicherungsunternehmer!

  10. #20
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    Standard AW: Weniger Steuerrückerstattung bei Riester mit Kind?

    Inwiefern das Ganze sich am Ende im Rentenalter - nach Abzug Steuern lohnt, ist ne ganze andere Frage.
    Nach meiner Erfahrung - und ich bin Bezieher einer Riesterrente, lohnt sich das allenfalls für Menschen mit niedrigen Alterseinkünften und einer dementsprechend geringen Steuerbelastung im Alter.

    Ich müsste über 100 Jahre alt werden, erst dann hätte sich für mich das Riestern unterm Strich gelohnt. Den Riestervertrag für meine Ehefrau habe ich deshalb vor 3 Jahren einfach stillgelegt, es wird
    dort seitdem nichts mehr eingezahlt. Das führt aber nur zur Schadensbegrenzung.

    Die generellen Fehler hatte ich bei Einführung des Systems auch nicht erkannt, aber damit war ich damals (im Jahr 2002) nicht allein.
    Freundliche Grüße
    Charlie24

    Wichtig: Fast jeder Steuerpflichtige hat Vorsorgeaufwendungen (z.B. Beiträge zur Krankenversicherung) und muss deshalb seiner Einkommensteuererklärung die Anlage Vorsorgeaufwand hinzufügen!

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