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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachzahlung bei 2mal Steuerklasse 4



magvox
28.03.2017, 23:22
Hallo,
wir, verheiratet, 2 Kinder, beide Steuerklasse IV, haben in den vergangenen Jahren immer ein wenig Einkommensteuer erstattet bekommen.
Nun sollen wir heuer aber etwas nachzahlen. Will nun dahinter kommen, ob vom Arbeitgeber evtl. zu wenig Lohnsteuer abgezogen wurde.

Steuerfreie Einkünfte mit Progressionsvorbehalt hatten wir keine.
Wir haben dieses Jahr keine Handwerkerkosten und auch keine Kinderbetreuungskosten, die wir im Vergleich zu den Vorjahren angeben könnten.
Wenn es aber nur an diesen Positionen liegen würde, dass wir in den vergangenen Jahren eine Erstattung bekommen haben, dann würde uns ja unter dem Jahr deutlich zu wenig Lohnsteuer abgezogen werden.
Auch eine Erhöhung des Bruttoeinkommens wird doch bei der Lohnsteuer berücksichtig, oder?

Mir ist klar, dass ohne konkrete Zahlen, eine Antwort schwierig wird, vielleicht kann mir aber dennoch jemand einen Tipp geben, an was das liegen könnte.
Danke

L. E. Fant
28.03.2017, 23:32
Nun sollen wir heuer aber etwas nachzahlen

Was heißt heuer? Für 2016? Wer sagt das? Habt Ihr schon den Bescheid? Was hat die Elster-Berechnung ergeben? Welche Software verwendet Ihr?

FIGUL
28.03.2017, 23:33
Hallo,

um es etwas einzugrenzen
womit macht ihr die Erklärung?

Gruß FIGUL

holzgoe
29.03.2017, 07:24
Hallo magvox,

vergleiche doch einmal mit dem Steuerbescheid des Vorjahres, wie hoch war die Steuerermäßigung durch Handwerkerleistungen und wie hoch die kleine Erstattung.

Oder du nimmst mal einen Lohnsteuerrechner und überprüfst den Lohnsteuerabzug.

Tschüß

magvox
30.03.2017, 22:47
Es geht um die Erklärung für 2016, ich mache die Erklärung mit dem Elster Formular Programm.
Wenn ich in der Erklärung für 2016 den Wert der Kinderbetreuungskosten und der Handwerkerleistungen aus 2015 eingebe, würde ich auch wieder eine Erstattung bekommen. Ohne diese Werte rechnet mir das Programm aber eine Nachzahlung aus.

L. E. Fant
30.03.2017, 22:56
Hast Du denn die Anlage Vorsorgeaufwand beigefügt?

magvox
30.03.2017, 23:01
Ja habe ich gemacht wie die Jahre zuvor

L. E. Fant
30.03.2017, 23:03
Will nun dahinter kommen, ob vom Arbeitgeber evtl. zu wenig Lohnsteuer abgezogen wurde.

Hast schon mal in die Tabelle geguckt?
(Bzw. einen Lohnsteuerrechner zu Rate gezogen ...)

magvox
30.03.2017, 23:10
ja, den vom bmf, da habe ich sogar ein bisserl mehr Lohnsteuer gezahlt als dort berechnet wird

FIGUL
31.03.2017, 03:51
ja, den vom bmf, da habe ich sogar ein bisserl mehr Lohnsteuer gezahlt als dort berechnet wird

Hallo,

hattest du Lohnersatzleistungen wie Krankengeld, Kurzarbeitergeld, AlGI, Elterngeld?

Gruß FIGUL

holzgoe
31.03.2017, 06:54
Es geht um die Erklärung für 2016, ich mache die Erklärung mit dem Elster Formular Programm.
Wenn ich in der Erklärung für 2016 den Wert der Kinderbetreuungskosten und der Handwerkerleistungen aus 2015 eingebe, würde ich auch wieder eine Erstattung bekommen. Ohne diese Werte rechnet mir das Programm aber eine Nachzahlung aus.

Hallo magvox,

und was verwundert dich jetzt daran so ?
Nimm doch mal aus der 2015er Erklärung die Kinderbetreuungskosten und die Handwerkerleistungen raus und schau dir dann das Ergebnis an -> wenn dann auch eine Nachzahlung rauskommt hast du doch deine Erklärung.

Tschüß

magvox
06.04.2017, 19:54
@FIGUL: Nein, ich hatte keine Lohnersatzleistungen

@holzgoe: ja, eben das wundert mich doch. Das würde doch heißen, dass ich/wir generell zu wenig Lohnsteuer bezahlen. Stimmt dann etwas an der Berechnung der Lohnsteuer nicht?

FIGUL
06.04.2017, 19:59
@FIGUL: Nein, ich hatte keine Lohnersatzleistungen

@holzgoe: ja, eben das wundert mich doch. Das würde doch heißen, dass ich/wir generell zu wenig Lohnsteuer bezahlen. Stimmt dann etwas an der Berechnung der Lohnsteuer nicht?

Hallo,

wie hoch ist die Nachzahlung?

Gruß FIGUL

Charlie24
06.04.2017, 20:24
Nachzahlungen bei 2-mal Steuerklasse 4 können sich z. B. ergeben, wenn einer der Ehegatten als Soldat oder Polizist oder vergleichbar Anspruch auf Freie Heilfürsorge hat und keine oder nur geringe Krankenversicherungsbeiträge bezahlt.

Da ist der Lohnsteuerabzug zwar richtig, die beim Lohnsteuerabzug berücksichtigte Vorsorgepauschale (Nummer 28 der Lohnsteuerbescheinigung) ist aber in solchen Fällen zu hoch, so dass sich eine Nachzahlung ergibt.

Picard777
07.04.2017, 07:47
Oder hattet Ihr Nebeneinkünfte oder euch einen Freibetrag eintragen lassen ? Oder gab es bei den Sonderausgaben einen Erstattungsüberhang ? Oder wurden Krankenversicherungsbeiträge erstattet ?

holzgoe
07.04.2017, 08:41
......

Nachzahlungen bei 2-mal Steuerklasse 4 können sich z. B. ergeben, wenn einer der Ehegatten als Soldat oder Polizist Anspruch auf Freie Heilfürsorge hat .....

Hallo Charlie24,

Freie Heilfürsorge Soldat -> JA
Polizist ? -> NEIN , verbeamtet und private KV mindestens 50 Prozent und schöpft schon damit meist Höchstbetrag der Vorsorgeaufwendungen aus.

Tschüß

Charlie24
07.04.2017, 10:23
Freie Heilfürsorge gibt es partiell auch noch für Polizeibeamte.

http://www.beihilferatgeber.de/beihilfe-heilfuersorge/sonderregelungen/polizeiaerztlicher-dienst

holzgoe
07.04.2017, 10:39
Hallo,

wenn der TE so ein Fall ist, dann hätte er diese Voraussetzungen ja auch schon die letzten Jahre gehabt, es sei denn er hätte frisch den AG (zur Polizei oder so) gewechselt, dann hätte er das bestimmt erwähnt, weil es ist ja ein gravierender Unterschied.

Im ersten Beitrag schreibt er ->wir, verheiratet, 2 Kinder, beide Steuerklasse IV, haben in den vergangenen Jahren immer ein wenig Einkommensteuer erstattet bekommen.
Nun sollen wir heuer aber etwas nachzahlen. Will nun dahinter kommen, ob vom Arbeitgeber evtl. zu wenig Lohnsteuer abgezogen wurde.

Steuerfreie Einkünfte mit Progressionsvorbehalt hatten wir keine.
Wir haben dieses Jahr keine Handwerkerkosten und auch keine Kinderbetreuungskosten, die wir im Vergleich zu den Vorjahren angeben könnten.
Wenn es aber nur an diesen Positionen liegen würde, dass wir in den vergangenen Jahren eine Erstattung bekommen haben, dann würde uns ja unter dem Jahr deutlich zu wenig Lohnsteuer abgezogen werden.

Also die letzten Jahre immer gleiche Bedingungen, außer den Handwerkerkosten und Kinderbetreung.

Tschüß

Charlie24
07.04.2017, 11:09
Kinderbetreuung kann schon ins Geld gehen und zieht sich ja in der Regel über mehrere Jahre hin.

Der/die TE hält sich mit konkreten Angaben sehr bedeckt, wir stochern also ein wenig im Nebel.

Ich werde mich deshalb nicht an weiteren Spekulationen über denn wahren Grund der jetzigen Nachzahlung beteiligen.

Ich habe nur ein Beispiel genannt, bei dem es auch bei 2-mal Steuerklasse IV und korrektem Lohnsteuerabzug zu einer Nachzahlung kommen kann.

magvox
22.05.2017, 09:01
Nachzahlungen bei 2-mal Steuerklasse 4 können sich z. B. ergeben, wenn einer der Ehegatten als Soldat oder Polizist oder vergleichbar Anspruch auf Freie Heilfürsorge hat und keine oder nur geringe Krankenversicherungsbeiträge bezahlt.

Da ist der Lohnsteuerabzug zwar richtig, die beim Lohnsteuerabzug berücksichtigte Vorsorgepauschale (Nummer 28 der Lohnsteuerbescheinigung) ist aber in solchen Fällen zu hoch, so dass sich eine Nachzahlung ergibt.

Hallo, ich vermute nun, dass daran (siehe oben) liegen könnte. Wäre ich dann zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet?

Charlie24
22.05.2017, 09:31
Hallo, ich vermute nun, dass daran (siehe oben) liegen könnte. Wäre ich dann zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet?

Davon gehe ich aus. § 46 Abs. 2 Nr. 3 EStG regelt die Veranlagungspflicht in solchen Fällen wie folgt:

2) Besteht das Einkommen ganz oder teilweise aus Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit, von denen ein Steuerabzug vorgenommen worden ist, so wird eine Veranlagung nur durchgeführt,
.....
3. wenn bei einem Steuerpflichtigen die Summe der beim Steuerabzug vom Arbeitslohn nach § 39b Absatz 2 Satz 5 Nummer 3 Buchstabe b bis d berücksichtigten Teilbeträge der Vorsorgepauschale größer ist als die abziehbaren Vorsorgeaufwendungen nach § 10 Absatz 1 Nummer 3 und Nummer 3a in Verbindung mit Absatz 4 und der im Kalenderjahr insgesamt erzielte Arbeitslohn 11 200 Euro übersteigt, oder bei Ehegatten, die die Voraussetzungen des § 26 Absatz 1 erfüllen, der im Kalenderjahr von den Ehegatten insgesamt erzielte Arbeitslohn 21 250 Euro übersteigt;

https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__46.html