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Thema: Kleinunternehmer + Ust-Identifikationsnummer = Umsatzsteuervoranmeldung?

  1. #11
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    Standard AW: Kleinunternehmer + Ust-Identifikationsnummer = Umsatzsteuervoranmeldung?

    Hallo lumpenerna,
    ein Kleinunternehmer gibt keine Voranmeldungeen ab. Die Abgabe der Jahreserklärung dient der Überprüfung der Tatsache, ob weiterhin die Voraussetzungen für den Kleinunternehmer vorliegen. Dort kommen also auch die innergemeinschaftlichen Erwerbe zurecht.

    Tschüß

  2. #12
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    Standard AW: Kleinunternehmer + Ust-Identifikationsnummer = Umsatzsteuervoranmeldung?

    Zitat Zitat von holzgoe Beitrag anzeigen
    Hallo lumpenerna,
    ein Kleinunternehmer gibt keine Voranmeldungeen ab. Die Abgabe der Jahreserklärung dient der Überprüfung der Tatsache, ob weiterhin die Voraussetzungen für den Kleinunternehmer vorliegen. Dort kommen also auch die innergemeinschaftlichen Erwerbe zurecht.

    Tschüß
    Okay, vielen Dank. Also selbst wenn ich eine UST-ID Nummer habe, aber weiterhin Kleinunternehmer bin (ob ich nun innergemeinschaftliche Erwerbe getätigt habe oder nicht) gebe ich (bzw. mein Steuerberater) das bei der jährlichen Steuererklärung mit an und nicht per Umsatzsteuervoranmeldung?
    Bin vorhin auf einen Artikel gestoßen, in dem Stand, dass in dem Fall die Voranmeldung auch für Kleinunternehmer fällig wird (was ich aber im laufe dieses Jahres nie getan habe ...).

  3. #13
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    Standard AW: Kleinunternehmer + Ust-Identifikationsnummer = Umsatzsteuervoranmeldung?

    Zitat Zitat von lumpenerna Beitrag anzeigen
    Okay, vielen Dank. Also selbst wenn ich eine UST-ID Nummer habe, aber weiterhin Kleinunternehmer bin (ob ich nun innergemeinschaftliche Erwerbe getätigt habe oder nicht) gebe ich (bzw. mein Steuerberater) das bei der jährlichen Steuererklärung mit an und nicht per Umsatzsteuervoranmeldung?
    Bin vorhin auf einen Artikel gestoßen, in dem Stand, daß in dem Fall die Voranmeldung auch für Kleinunternehmer fällig wird (was ich aber im laufe dieses Jahres nie getan habe ...).
    Siehe § 18 UStG. Dort steht sinngemäß nicht, daß Kleinunternehmer von der Abgabe von UStVA befreit sind. Auch in § 19 UStG ist nichts derartiges geregelt. Zitat § 18 Absatz 4a UStG:

    Voranmeldungen (Absätze 1 und 2) und eine Steuererklärung (Absätze 3 und 4) haben auch die Unternehmer und juristischen Personen abzugeben, die ausschließlich Steuer für Umsätze nach § 1 Abs. 1 Nr. 5, § 13b Absatz 5 oder § 25b Abs. 2 zu entrichten haben, sowie Fahrzeuglieferer (§ 2a). Voranmeldungen sind nur für die Voranmeldungszeiträume abzugeben, in denen die Steuer für diese Umsätze zu erklären ist. Die Anwendung des Absatzes 2a ist ausgeschlossen.
    Würde also bedeuten, daß ein Kleinunternehmer für den Zeitraum, in welchem er einen innergemeinschaftlichen Erwerb gegen Entgelt getätigt hat, eine Umsatzsteuer-Voranmeldung übermitteln muß.

    Voranmeldungszeitraum ist das Kalendervierteljahr, § 18 Absatz 2 Satz 1 UStG.

    Fraglich ist, ob man auch als Kleinunternehmer im Jahr der Unternehmensgründung und im Folgejahr monatlichen Voranmeldungszeitraum hat: m. E. ja - mit der Einschränkung, daß man nur dann VA einreicht, wenn sie keine Nullmeldungen sind (Siehe Zitat des § 18 Abs. 4a UStG).
    Mit freundlichen Grüßen

    Ronald

  4. #14
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    Standard AW: Kleinunternehmer + Ust-Identifikationsnummer = Umsatzsteuervoranmeldung?

    Zitat Zitat von Ronald_Fe Beitrag anzeigen
    Siehe § 18 UStG. Dort steht sinngemäß nicht, daß Kleinunternehmer von der Abgabe von UStVA befreit sind. Auch in § 19 UStG ist nichts derartiges geregelt. Zitat § 18 Absatz 4a UStG:



    Würde also bedeuten, daß ein Kleinunternehmer für den Zeitraum, in welchem er einen innergemeinschaftlichen Erwerb gegen Entgelt getätigt hat, eine Umsatzsteuer-Voranmeldung übermitteln muß.

    Voranmeldungszeitraum ist das Kalendervierteljahr, § 18 Absatz 2 Satz 1 UStG.

    Fraglich ist, ob man auch als Kleinunternehmer im Jahr der Unternehmensgründung und im Folgejahr monatlichen Voranmeldungszeitraum hat: m. E. ja - mit der Einschränkung, daß man nur dann VA einreicht, wenn sie keine Nullmeldungen sind (Siehe Zitat des § 18 Abs. 4a UStG).
    Also doch nicht alles ganz so klar ..mh.
    Dann warte ich wohl doch auf das Telefonat mit meinem Steuerberater um da Gewissheit zu haben, wenn die Meinungen doch ziemlich geteilt sind.

  5. #15
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    Standard AW: Kleinunternehmer + Ust-Identifikationsnummer = Umsatzsteuervoranmeldung?

    Vielleicht mal aus der Praxis zur Aufklärung:

    Normalerweise hat eine Kleinuntenehmer kein USt-ID. Aber er kann sie sehr wohl bekommen, wenn er denn möchte.

    Klingt kompliziert, ist es auch, aber ich erkläre es mal.

    Ein "normaler" Regelbesteuerer hat beim Finanzamt ein U-Signal. Das ist das "normale" Umsatzsteuersignal, welches der EDV der Finanzverwaltung sagt: Regelbesteuerung. Das sorgt unter anderem auch dafür, dass die monatliche Abgabe von USt-Voranmeldungen automatisch überwacht wird.

    Etwas anderes ist das "US-Signal". Das steht für "Umsatzsteuer-Sondertatbestände". Und das Signal ist selten. Sehr selten sogar. Vielleicht 1-2 % aller Umsatzsteuersignale sind US-Signale.

    Bei US-Signalen wird aber nicht überwacht, dass USt-Voranmeldungen abgegeben werden. Die Signale sind nur dazu da, dass ein Kleinunternehmer (oder ein Unternehmer der ausschließlich vorsteuerschädliche Umsätze tätig; z.B. ein Arzt) seine innergemeinschaftlichen Erwerbe in der BRD mit 19 % versteuern kann. Natürlich OHNE Vorsteuerabzug.

    Das Gesetz ist aber so geschrieben, dass er eben nur DANN eine USt-Voranmeldung abgeben muss, wenn solche Erwerbe auch getätigt wurde.

    Das System mit dem U-Signal / US-Signal dürfte in ganz Deutschland so (oder so ähnlich) laufen.

    Ohne irgendeine Form von USt-Signal (U, US, oder sonstwas) bekommst du keine USt-ID.

    Du läufst damit nur als "Sonderling".

    Weiß ich aber auch nur, weil ich damit täglich zu tun habe.
    Wir sind analoge Spieler... in einer digitalen Welt.

  6. #16
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    Standard AW: Kleinunternehmer + Ust-Identifikationsnummer = Umsatzsteuervoranmeldung?

    Zitat Zitat von JamesBondoo7 Beitrag anzeigen
    Vielleicht mal aus der Praxis zur Aufklärung:

    Normalerweise hat eine Kleinuntenehmer kein USt-ID. Aber er kann sie sehr wohl bekommen, wenn er denn möchte.

    Klingt kompliziert, ist es auch, aber ich erkläre es mal.

    Ein "normaler" Regelbesteuerer hat beim Finanzamt ein U-Signal. Das ist das "normale" Umsatzsteuersignal, welches der EDV der Finanzverwaltung sagt: Regelbesteuerung. Das sorgt unter anderem auch dafür, dass die monatliche Abgabe von USt-Voranmeldungen automatisch überwacht wird.

    Etwas anderes ist das "US-Signal". Das steht für "Umsatzsteuer-Sondertatbestände". Und das Signal ist selten. Sehr selten sogar. Vielleicht 1-2 % aller Umsatzsteuersignale sind US-Signale.

    Bei US-Signalen wird aber nicht überwacht, dass USt-Voranmeldungen abgegeben werden. Die Signale sind nur dazu da, dass ein Kleinunternehmer (oder ein Unternehmer der ausschließlich vorsteuerschädliche Umsätze tätig; z.B. ein Arzt) seine innergemeinschaftlichen Erwerbe in der BRD mit 19 % versteuern kann. Natürlich OHNE Vorsteuerabzug.

    Das Gesetz ist aber so geschrieben, dass er eben nur DANN eine USt-Voranmeldung abgeben muss, wenn solche Erwerbe auch getätigt wurde.

    Das System mit dem U-Signal / US-Signal dürfte in ganz Deutschland so (oder so ähnlich) laufen.

    Ohne irgendeine Form von USt-Signal (U, US, oder sonstwas) bekommst du keine USt-ID.

    Du läufst damit nur als "Sonderling".

    Weiß ich aber auch nur, weil ich damit täglich zu tun habe.
    Das bedeutet also, wenn ich beispielsweise im April innergemeinschaftliche Erwerbe hatte, hätte ich für April auch eine USt-Voranmeldung machen müssen? Im Mai dann wieder keine, wenn ich da keine innergemeinschaftliche Erwerbe hatte? Was würde denn jetzt auf einen zu kommen, wenn man das nicht gemacht hat?

  7. #17
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    Standard AW: Kleinunternehmer + Ust-Identifikationsnummer = Umsatzsteuervoranmeldung?

    Zitat Zitat von lumpenerna Beitrag anzeigen
    Das bedeutet also, wenn ich beispielsweise im April innergemeinschaftliche Erwerbe hatte, hätte ich für April auch eine USt-Voranmeldung machen müssen? Im Mai dann wieder keine, wenn ich da keine innergemeinschaftliche Erwerbe hatte? Was würde denn jetzt auf einen zu kommen, wenn man das nicht gemacht hat?
    Ja, so hätte man es machen müssen.

    Ausgangsfrage war aber, ob man allein aufgrund der zugeteilten USt-Id-Nr. regelmäßige Umsatzsteuervoranmeldungen vornehmen muß. Dazu wurde bisher kaum etwas gesagt und: Nein, es müssen nicht allein deshalb UStVA eingereicht werden.

    Sobald man jedoch i.g. Erwerbe tätigte, muß man diese auch als Kleinunternehmer in der entsprechenden UStVA (und zusätzlich in der Umsatzsteuer-Jahreserklärung natürlich) erklären.

    I. g. Erwerbe sind beim Leistungserbringer i. g. Lieferungen. Sie sind nur nach Angabe der USt-Id-Nr. des Empfängers möglich. Über die erbrachten i. g. Lieferungen erstattet der Leistungserbringer regelmäßig Meldung an eine Zentralstelle (unter Angabe der USt-ID-Nr. und der Umsatzhöhe an diese Nr.). Mit diesen Daten, die der deutschen Finanzverwaltung aus allen EG-Ländern zur Verfügung stehen, kann nun der einzelne Steuerpflichtige, somit der USt-ID-Besitzer, geprüft werden, ob er diese Umsätze in der UStVA angegeben hat. Hat er dies nicht, drohen die üblichen Sanktionen: Schätzung, Verspätungszuschlag, Zwangsgeld - je nachdem.
    Mit freundlichen Grüßen

    Ronald

  8. #18
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    Standard AW: Kleinunternehmer + Ust-Identifikationsnummer = Umsatzsteuervoranmeldung?

    Zitat Zitat von Ronald_Fe Beitrag anzeigen
    Ja, so hätte man es machen müssen.

    Ausgangsfrage war aber, ob man allein aufgrund der zugeteilten USt-Id-Nr. regelmäßige Umsatzsteuervoranmeldungen vornehmen muß. Dazu wurde bisher kaum etwas gesagt und: Nein, es müssen nicht allein deshalb UStVA eingereicht werden.

    Sobald man jedoch i.g. Erwerbe tätigte, muß man diese auch als Kleinunternehmer in der entsprechenden UStVA (und zusätzlich in der Umsatzsteuer-Jahreserklärung natürlich) erklären.

    I. g. Erwerbe sind beim Leistungserbringer i. g. Lieferungen. Sie sind nur nach Angabe der USt-Id-Nr. des Empfängers möglich. Über die erbrachten i. g. Lieferungen erstattet der Leistungserbringer regelmäßig Meldung an eine Zentralstelle (unter Angabe der USt-ID-Nr. und der Umsatzhöhe an diese Nr.). Mit diesen Daten, die der deutschen Finanzverwaltung aus allen EG-Ländern zur Verfügung stehen, kann nun der einzelne Steuerpflichtige, somit der USt-ID-Besitzer, geprüft werden, ob er diese Umsätze in der UStVA angegeben hat. Hat er dies nicht, drohen die üblichen Sanktionen: Schätzung, Verspätungszuschlag, Zwangsgeld - je nachdem.
    Danke nochmal für deine ausführliche Erklärung. Genau das war meine Ausgangsfrage.

    Nehmen wir mal den Fall an, ich habe in den Monaten Februar bis April Dienstleistungen für ein schweizer Unternehmen erbracht und dafür Betrag X in Rechnung gestellt und erhalten (3 Monate / 3 Rechnungen). Diese Beträge X wurden ohne MwSt ausgestellt, da ja das Reverse-Charge Verfahren greift (der Leistungsempfänger ist steuerpflichtig, Sitz in der Schweiz). Entsprechend musste ich ja auch keine Steuern hier in Deutschland dafür bezahlen. Soweit richtig?
    In der Umsatzsteuervoranmeldung wäre ja jetzt nur vermerkt gewesen, dass ich sonstige Leistungen im Ausland erbracht habe die (hier) nicht versteuert werden müssen. Ist dadurch dann jetzt trotzdem mit (hohen Strafen) zu rechnen? Oder trifft das eher zu, wenn ICH der Leistungsempfänger gewesen wäre und durch die vergessen Voranmeldung dem Staat bisher Steuern entgangen wären?
    Ich weiß, dass das sicher so pauschal nicht ohne weiteres beantwortet kann, aber evtl gibt es da Erfahrungswerte an denen man sich orientieren kann.

  9. #19
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    Standard AW: Kleinunternehmer + Ust-Identifikationsnummer = Umsatzsteuervoranmeldung?

    Ich will mich da in den Thread nicht komplett hineindenken, aber warum hast Du ausgerechnet die Schweiz genommen ? Die gehört nicht zur EU und damit ist das Thema USt-ID hier eigentlich erledigt.
    Schönen Gruß

    Picard777

  10. #20
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    Standard AW: Kleinunternehmer + Ust-Identifikationsnummer = Umsatzsteuervoranmeldung?

    Zitat Zitat von Picard777 Beitrag anzeigen
    Ich will mich da in den Thread nicht komplett hineindenken, aber warum hast Du ausgerechnet die Schweiz genommen ? Die gehört nicht zur EU und damit ist das Thema USt-ID hier eigentlich erledigt.
    Alternativ können wir auch Luxemburg nehmen. Konkret das Amazon Partnerprogramm. Leistungsempfänger ist Amazon mit Sitz in Luxemburg. Leistungserbringer bin ich mit Sitz in Deutschland.

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