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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schwerbehindertenschein - Übertragung



siggi72
20.05.2012, 10:23
Hallo, jahrelang hatte das FA die Übertragung des Schwbh-Scheins (100%, H, Blind) meiner Stieftochter auf die Mutter anerkannt (wir fahren jeden 2. Tag 46 km, um die desolate Heimpflege zu ergänzen, haben dafür extra ein Auto gekauft). Jetzt erfolgte die Ablehnung. Grund: das Wachkoma ist nach dem 27. Lebensjahr eingetreten, weshalb auf die Übertragung kein Anspruch besteht.

Istr das rechtens? Hat jemand Erfahrung damit? Danke.

Picard777
20.05.2012, 10:44
Die Thematik hängt daran, ob Anspruch auf Kindergeld besteht oder nicht. Bitte mal posten, um welches Kalenderjahr es geht, den Geburtstag des Kindes -Jahr und Monat müsste reichen- und wann die Behinderung eingetreten ist, "wegen der das Kind wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten". Lezteres müsste wohl der Zeitpunkt sein, ab dem der Schwerbehindertenausweis gilt.

siggi72
20.05.2012, 13:33
Hallo Picard,danke für die Antwort. Wenn es wirklich so ist, dass die Anerkennung vom Eintrittsalter unter 27 Jahren abhängt, habe ich keine Chance. Geboren 1964, Eintritt Wachkoma nach unverantwortlichen 1 1/2 Stunden Reanimation 1999. Trotzdem, mit dem Verstand eines durchschnittlichen Mitteleuropäers kann ich nicht nachvollziehen, was die Anerkennung mit dem Eintrittalter der Schwerbehinderung zu tun haben soll. Wir haben erhebliche Fahrtkosten und können den Ausweis nicht nutzen. Das verstehe, wer will. Ich nicht.
Danke - eine Antwort ist ja mit dem Eintrittsalter schon gegeben.

Picard777
20.05.2012, 17:48
Ist zwar traurig, aber an irgendwelchen Punkten muss man es halt festmachen: Ein Behindertenpauschbetrag steht der Person grundsätzlich nur selbst zu. Eine Übertragung auf bestimmte andere Personen ist in bestimmten Fällen möglich, setzt aber voraus, dass ein entsprechender Kindergeldanspruch besteht. Und der Kindergeldanspruch wiederum ist nach dem Alter gestaffelt, d.h. unter 18 Jahre immer, darüber hinaus mit zunehmendem Alter immer mehr zusätzliche Voraussetzungen.

Bei behinderten Kindern war es früher so, dass es das unbegrenzt gab. Als man dann die Altersgrenze von 27 Jahren auf 25 Jahre gesenkt hat, hat man dann aber zusätzlich gesagt, dass "nur" Kinder bis 27 bzw. 25 Jahre Kindergeld bekommen, also für behinderte Kinder Kindergeld nur noch dann gezahlt wird, wenn die Behinderung zu einem Zeitpunkt eintrat, wo auch "normal" noch Kindergeldanspruch bestand. Man wollte vermeiden, dass Kinder nach möglicherweise vielen Jahren Nichtkindergeld plötzlich mit vielleicht 55 Jahren plötzlich wieder Kindergeld bekommen.

Bezüglich der Fahrtkosten sprechen Sie mit dem steuerlichen Berater oder Finanzbeamten ihres Vertrauens mal darüber, inwieweit Besuchsfahrten, SOWEIT sie über NORMALE Besuchsfahrten hinausgehen, angesetzt werden können als außergewöhnliche Belastungen. Es gibt da ein paar Voraussetzungen und die zumutbare Eigenbelastung wäre gegenzurechnen und die Frage, wieviele Fahrten Sie bei einer kranken Person "sowieso" gemacht hätten, ist natürlich schwammig. Aber da hier keine steuerberatung erlaubt ist, googlen Sie mal mit besuchsfahrten krankenhaus außergewöhnliche belastung