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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pauschale für "übrige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben" EÜR



edtom
02.04.2017, 16:04
Guten Tag allerseits,

ich hoffe, dass meine Frage hier rein gehört. Als Kleinunternehmer wollte ich das Forumular EÜR ausfüllen und wollte mal kurz wissen, ob die Pauschale für Telefonkosten - also l. 33 Übrige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben - immer noch 120 € beträgt. Mein Steuerberater hatte diese Summe letztes Jahr eingetragen, d.h. 10 €/Monat.

Vielen Dank im Voraus

stiller
02.04.2017, 16:06
Guten Tag allerseits,

ich hoffe, dass meine Frage hier rein gehört. Als Kleinunternehmer wollte ich das Forumular EÜR ausfüllen und wollte mal kurz wissen, ob die Pauschale für Telefonkosten - also l. 33 Übrige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben - immer noch 120 € beträgt. Mein Steuerberater hatte diese Summe letztes Jahr eingetragen, d.h. 10 €/Monat.

Vielen Dank im Voraus

Hallo, die hat er wohl geschätzt. Frage Deinen StB.

edtom
02.04.2017, 16:14
Ja, hat er. Das weiß ich schon :)

Ich habe auch in einem Artikel ( also nichts offizielles vom FA) gelesen, dass es meistens akzeptiert wird. Hängt aber vom Beamten ab.

Ich wollte nur kurz bei anderen Selbständigen fragen, ob sie auch diese Pauschale absetzen.

stiller
02.04.2017, 16:19
Ja, hat er. Das weiß ich schon :)

Ich habe auch in einem Artikel ( also nichts offizielles vom FA) gelesen, dass es meistens akzeptiert wird. Hängt aber vom Beamten ab.

Ich wollte nur kurz bei anderen Selbständigen fragen, ob sie auch diese Pauschale absetzen.

Hallo,
da gibt es KEINE Pauschale.

Charlie24
02.04.2017, 16:27
ob die Pauschale für Telefonkosten - also l. 33 Übrige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben - immer noch 120 € beträgt.

Mir ist keine Pauschale bekannt! Bei gemischten Aufwendungen ist ausschließlich der betrieblich/beruflich veranlasste Anteil anzusetzen (z. B. Telekommunikationsaufwendungen).

Bei mir enthält das Formular EÜR einmal eine Zeile 40: Aufwendungen für Telekommunikation (Telefon, Internet) sowie außerdem eine Zeile 52: Übrige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben.
Die anteiligen Telefonkosten gehören m. E. in die Zeile 40!

edtom
02.04.2017, 17:14
Mir ist keine Pauschale bekannt! Bei gemischten Aufwendungen ist ausschließlich der betrieblich/beruflich veranlasste Anteil anzusetzen (z. B. Telekommunikationsaufwendungen).

Bei mir enthält das Formular EÜR einmal eine Zeile 40: Aufwendungen für Telekommunikation (Telefon, Internet) sowie außerdem eine Zeile 52: Übrige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben.
Die anteiligen Telefonkosten gehören m. E. in die Zeile 40!

Sorry, ich meinte natürlich Z. 52.
So, ich habe rausgefunden, was er genau gemacht hatte. Diese Pauschale war für "Verwaltungskosten (Telefon / Büromaterial etc (Pauschale))" und die hatte er unter Z. 52 abgesetzt.

Ist sowas korrekt?

Charlie24
02.04.2017, 20:45
Ist sowas korrekt?

Üblicherweise hat man Belege für seine Betriebsausgaben und addiert die tatsächlichen Ausgaben, soweit sie in die Zeile 52 gehören.

Für den Telefonanteil gibt es jedenfalls mit der Zeile 40 eine gesonderte Eintragungsmöglichkeit, für bestimmte andere Betriebsausgaben auch.

Pauschale Ansätze für Aktenordner, Porto, Druckerpapier/-patronen usw. sind mir nicht geläufig, Anteilsschätzungen beim Telefonanteil z. B. natürlich schon.

edtom
02.04.2017, 21:47
Üblicherweise hat man Belege für seine Betriebsausgaben und addiert die tatsächlichen Ausgaben, soweit sie in die Zeile 52 gehören.




Genau. Das ist sehr merkwürdig, dass er eine Pauschale darunter abgesetzt hat. Er hat auch eine Ausgabe hier gesetzt, die m.E. rein gehörte, und die ich sowieso belegen kann.




Für den Telefonanteil gibt es jedenfalls mit der Zeile 40 eine gesonderte Eintragungsmöglichkeit, für bestimmte andere Betriebsausgaben auch.

Pauschale Ansätze für Aktenordner, Porto, Druckerpapier/-patronen usw. sind mir nicht geläufig, Anteilsschätzungen beim Telefonanteil z. B. natürlich schon.


Doch. Ich denke, dass es als sg. Werbungskosten zählt.

stiller
02.04.2017, 21:54
Genau. Das ist sehr merkwürdig, dass er eine Pauschale darunter abgesetzt hat. Er hat auch eine Ausgabe hier gesetzt, die m.E. rein gehörte, und die ich sowieso belegen kann.






Doch. Ich denke, dass es als sg. Werbungskosten zählt.

Als Selbständiger hast Du Betriebsausgaben!
Arbeitnehmer haben Werbungskosten - und vielleicht Pauschbeträge.
Ich rate zum Gang eines Steuerberaters.

Charlie24
02.04.2017, 21:56
Natürlich zählen die beispielhaft genannten Ausgaben für Porto usw. zu den Betriebsausgaben (entspricht begrifflich den Werbungskosten), aber ich wüsste nicht, dass sie pauschaliert werden können.

edtom
02.04.2017, 22:36
Natürlich zählen die beispielhaft genannten Ausgaben für Porto usw. zu den Betriebsausgaben (entspricht begrifflich den Werbungskosten), aber ich wüsste nicht, dass sie pauschaliert werden können.

Das ist die Frage. Verstehe ich auch nicht. Habe im Internet sehr viel darüber recherchiert und sehe nur Pauschale für Arbeitnehmer. Mein StB hat "Verwaltungskosten" geschrieben und eine solche Pauschale bezieht sich wahrscheinlich nur auf die Vermietung einer Immobilie.

Gerade deswegen mache ich meine Steuererklärungen alleine. Denn ein Steuerberater kostet nicht nur Geld, sonder auch viel Zeit (Termine, Klärungsbedarf, etc.).

Beamtenschweiß
03.04.2017, 07:14
Im Steuerrecht gibt es für Werbungskosten keine Pauschalen außer den in § 9a EStG genannten.

Für Betriebsausgaben gibt es auch keine Pauschalen.

Anzugeben sind die WK/BA welche man tatsächlich hatte. Daher sind die BA auch für die Gewinnermittlung aufzuzeichnen und die Belege aufzubewahren.
Bei gemischt veranlassten Aufwendungen kann man ggf. den Anteil der BA schätzen- vgl. § 12 EStG.

Anja39
06.04.2017, 08:58
Ich wollte nur kurz bei anderen Selbständigen fragen, ob sie auch diese Pauschale absetzen.
Nein - keine Pauschalen.
Eher fiktive Beträge, in der Hoffnung, dass nicht irgendwann eine Steuerprüfung stattfindet, wo das Fehlen der zugehörigen Belege dann auffällt und zur Nachzahlung führt.
Mit ordnungsmäßiger Buchhaltung hat das wenig gemein.

Picard777
06.04.2017, 09:11
...und zur Nachzahlung führt.

Und zu strafrechtlichen Konsequenzen, wolltest Du sicherlich ergänzen ?

Anja39
06.04.2017, 10:26
... kann/sollte man in seine Überlegungen mit einfließen lassen, ja.

XaverWdg
06.04.2017, 12:39
Hallo zusammen,
um die Diskussion wieder auf die ursprüngliche Fragestellung von edtom zurückzuführen,
hier ein Zitat aus dem WWW:
Die Schätzung
In der Zeit der Flatrates lassen sich einzelne Gesprächs- oder Internetkosten nicht präzise ermitteln. Hier empfiehlt sich eine Schätzung. Wer den Privatanteil an den Telefonkosten schätzt, muss dies auf einer plausiblen Grundlage tun. Der Selbstständige könnte beispielsweise das Telefonierverhalten drei Monate lang an Einzelverbindungsnachweisen beobachten. Auf dieser Basis kann er für die Zukunft eine Schätzung vornehmen, die einer Prüfung durch das Finanzamt standhält.
Die Steuerberatungsgesellschaft Gonze & Schüttler empfiehlt auf ihren Internetseiten als Richtgrößen folgende Prozentsätze für die Aufteilung zwischen beruflichen und privaten Telekommunikationskosten von Selbstständigen:
Telefonrechnungen bis 130 Euro pro Monat: Bis 30 Prozent können als geschäftlicher Anteil abgesetzt werden.
https://www.rechnungswesen-portal.de/Fachinfo/Steuern/Telefonkosten.html

Im aktuellen Link
http://www.steuer-gonze.de/web/index.php/steuertips/selbststaendige-unternehmer/364--trennung-zwischen-beruflicher-und-privater-telefonkosten-
sind es nur noch 20 Prozent.

Solche Links findet man/frau massenweise.

Theorie und Praxis??

Im Endeffekt muss jeder/jede entscheiden, ob er/sie das so macht.

Gruß Xaver

edtom
06.04.2017, 18:27
Und zu strafrechtlichen Konsequenzen, wolltest Du sicherlich ergänzen ?

...Ich denke, dass ihr mein Anliegen nicht richtig verstanden habt. Dass es keine Pauschale gibt, ist mir jetzt klar. Vielen Dank.

Das heisst aber lange nicht, dass es "fiktive Beträge" sind, sondern eine SCHÄTZUNG von meinem Steuerberater auf Grundlage von meinen tatsächlichen Telefonkosten, wo man den privaten und beruflichen Anteil nur schätzen kann. Es war für mich schwer es nachzuvollziehen, aber mit dem Link von Xaver kann ich jetzt besser verstehen, was mein StB gemacht hatte.

Dies enthält auch Büromaterialkosten, die auch geschätzt wurden, da die Grenze zwischen privat und gewerblich auch nicht genau erteilt werden konnte. Von daher hat er die Summe unter Z.52 und nicht Z.40 gesetzt.

Nochmal, vielen Dank Xaver. Ich denke es kommt hin.